Geldvermögen vs. Staatsverschuldung
Markus Euskirchen | 20. August 2010 | Filed under: Armut • Eigentum • Krise • Reichland • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
Immer wieder wird in den Medien über die enorme Verschuldung der öffentlichen Haushalte geklagt und die Entwicklung der Geldvermögen werden dabei konsequent ausgeblendet. Kredite und Guthaben sind jedoch die beiden Seiten derselben Medaille, ohne Guthaben keine Kredite und umgekehrt. Aus der Gewerkschaft kam jetzt die Idee, der Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler ein Zählwerk für die Entwicklung der Geldvermögen gegenüber zu stellen. Diese Vermögensuhr sollte in der Lage sein, die immer wieder erhobene Behauptung, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt, optisch auf einen Blick erfaßbar zu widerlegen und stattdessen den Zusammenhang zwischen öffentlicher Verschuldung. Read more
WM überdeckt forciertes Verarmungsprogramm
Markus Euskirchen | 5. Juli 2010 | Filed under: Armut • Reichland • Umverteilung • Editor's Choice • Gesundheit/Soziales • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
Am 12. Juni 2010 fanden in Berlin und Stuttgart zwei parallele Großdemonstrationen gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung statt. “Wir zahlen nicht für eure Krise!” lautete das Motto der Demos, die von einem breiten Bündnis aus Initiativen, Gewerkschaften und Parteien organisiert worden waren. Jetzt läuft die WM und angesichts des ach so tollen Mannschaftsspiels der DFB-Auswahl gerät das Verarmungsprogramm der schwarz-gelben Regierung ganz aus dem Blick. Zuerst wurde das Wohngeld gekürzt – von 800 auf 491 Millionen Euro. Noch nie zuvor in der BRD-Geschichte hat es eine 40%ige Kürzung eines Sozialpostens mit einem Schlag gegeben. Dann wurde den Krankenkassen der Betrag verdoppelt, den die Mitglieder zahlen müssen (und nicht etwa zumindest paritätisch auch die Arbeitgeber), falls sie Miese machen. Bisher sind Defizite der Krankenkassen mit Steuergeldern ausgeglichen worden. Am Mittwoch steht die deutsche Mannschaft im Halbfinale. Mal sehen was in dieser Woche so durchgezogen wird. Aber Hauptsache “Wir” werden Weltmeister.
Privatisierung im Wassersektor: Zehn Mythen
Markus Euskirchen | 17. März 2010 | Filed under: Armut • Infrastruktur • Öffentliche Dienste • Wasser • Wasser | 1 Comment
“Öffentliche Versorgungsunternehmen sind ineffizient, korrupt und nicht reformierbar”
Es gibt keine empirischen Beweise, dass private Wasserversorger per se besser, kostengünstiger oder effizienter sind als öffentliche Unternehmen. Auch in Entwicklungsländern gibt es viele Beispiele für erfolgreiche Betriebe beziehungsweise für eine Sanierung kommunaler Betriebe ohne eine Beteiligung privater Unternehmer.
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Der Aufstand der Armen!
Markus Euskirchen | 1. Februar 2010 | Filed under: Armut • Kämpfe • Krise • USA • Akteure • Debatten: Theorien/Alternativen • Editor's Choice • Literatur/Rezensionen • Praktische Kämpfe • Rotierende Anzeige | 1 Comment
Warum erreichen soziale Bewegungen ihre Ziele manchmal und warum manchmal nicht? Wann erreichen sie mit welchen Mitteln welche Ziele? Wie können soziale Bewegungen im Kapitalismus über Anpassungen und Regulation hinaus ernsthafte systemische Veränderungen bewirken? Und inwiefern lassen sich auf der Basis bewegungsgeschichtlicher Beispiele systematische Aussagen zu diesen und weiteren Fragen treffen? Darum geht es in dem 1977 in den USA und erst 1986 in deutscher Sprache erschienenen Buch der beiden Soziologen Richard Cloward und Frances Fox Piven “Aufstand der Armen” (engl.: Poor People’s Movements).
Das Buch erschien damals bei Suhrkamp mit einem ausführlichen Vorwort von Stephan Leibfried und Wolf-Dieter Narr mit dem Titel “Sozialer Protest und politische Form. Ein Plädoyer für Unruhe, Unordnung und Protest”. Es ist derzeit so vergriffen, dass es nicht einmal in den Internet-Antiquariaten erhältlich ist. Und Suhrkamp hat offensichtlich anderes zu tun als Bewegungs-Empowerment-Literatur neu aufzulegen. Daher gibt’s das Buch jetzt hier bis auf weiteres als Volltext zum Download.
Wer erstmal eine interessante Buchbesprechung lesen will, der oder die sei auf die Besprechung von Christian Frings im Labournet verwiesen, die beinahe Einführungscharakter hat.
Im der Monatzeitung “analyse&kritik” konnte man vor einiger Zeit nachlesen, wie das scheinbar alte Buch sehr anregend sein kann auch für ganz aktuelle bewegungsstrategische Debattenbeiträge. Olaf Bernau von NoLager Bremen empfiehlt im ak Nr. 541 vom 21.8.2009 “Runter vom Beobachtungsturm” und bedient sich zur Untermauerung seiner Thesen sehr ausführlich bei Piven und Cloward. Er kommt zu dem Ergebnis, so der Untertitel: “Die bewegungsorientierte Linke ist auf etwaige Krisenproteste unverändert schlecht vorbereitet”. Read more
Landgrab global und historisch
Markus Euskirchen | 1. Dezember 2009 | Filed under: Armut • Ernährung • Landnahme • Landschaft • Praktische Kämpfe | Hinterlasse einen Kommentar
www.bauernkriege.de liefert ein interessantes Panorama von Landvertreibung, Enteignung der Allmende, Hunger und Revolten weltweit überblicksartig aus den vergangenen 3000 Jahren und tatsächlich detailliert ab Spätmittelalter/Frühneuzeit. Unter der Überschrift “Privatisierung des Gemeindeeigentums” heißt es: Read more
“Verstaatlichungsmaßnahmen sind Kapitalspritzen für private Banken”…
Markus Euskirchen | 27. März 2009 | Filed under: Armut • Krise • Verstaatlichung • Finanzen | Hinterlasse einen Kommentar
…meint Sahra Wagenknecht im Telepolis-Interview. Und im kürzeren SZ-Interview erinnert sie sich an den Moment, in dem sie vom Lehmann-Kollaps erfuhrt: “Ich habe meine Gegner überschätzt. Sie haben wirklich keinen Plan und sind in ihrer kurzsichtigen Konkurrenzlogik sogar noch dümmer, als Marx angenommen hatte.”
Mehr in ihrem neuen Buch: Wahnsinn mit Methode. Finanzcrash und Weltwirtschaft
Über Armut und Arbeitszwang in eine neue Stasi-Gesellschaft
Markus Euskirchen | 9. Februar 2009 | Filed under: Armut • Berlin • Sicherheit • Editor's Choice • Gesundheit/Soziales | Hinterlasse einen Kommentar
Staatsziel Altersarmut
Markus Euskirchen | 21. Januar 2009 | Filed under: Armut • Reichland • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
Die Superreichen werden weltweit zahlreicher und reicher
Ann St | 25. Juni 2008 | Filed under: Armut • Eigentum • Reichland • Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar
Am 24.6. 2008 wurde der World Wealth Report von den Beratungskonzernen Merrill Lynch und Capgemini World veröffentlicht. Laut dieser Studie haben 2007 die so genannten High Net Worth Individuals (HNWI), d.h. die Privatpersonen, die über ein Nettofinanzvermögen von mehr als einer Million US-Dollar (ohne Verbrauchsgüter und eigengenutzte Immobilien) verfügen, um 9,4 Prozent auf 40,7 Billionen US-Dollar (oder 26 Billionen Euro) zugenommen.
Das durchschnittliche Vermögen dieser Personengruppe überschreitet erstmals die Grenze von 4 Millionen US-Dollar. Die Zahl der vermögenden Privatpersonen beläuft sich weltweit auf 10,1 Millionen; die Länder Indien, China und Brasilien verzeichnen die stärkste Vermögenszunahme. Der größte Zuwachs der Personenzahl bei den HNWI war im Mittleren Osten, in Osteuropa und in Lateinamerika zu beobachten. Allerdings sind zwei Drittel der Reichen weiterhin in den USA und Europa zu finden.
Auch die Zahl der HNWIs wuchs um 6,1 Prozent auf 10,1 Millionen (in Deutschland leben 826.000, doppelt so viele wie in Indien, aber doch deutlich weniger als 3 Millionen in den USA).
Die Zahl der besonders Reichen (Ultra High Net Worth Individuals) mit einem Nettovermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar ist mit 8,8 Prozent auf nun 103.000 noch stärker als die der nur Reichen gestiegen. Verdient wird weitgehend an den Aktienmärkten, also mehr oder weniger durch Spekulation, die wiederum die Preise in die Höhe treibt, worunter die ärmeren Menschen leiden.
Quelle:
Telepolis, Florian Rötzer, 25.06.2008
Mehr Informationen: www.de.capgemini.com
RLS-Standpunkt: »Das globale Europa« – Partnerschaft, die Armut schafft?
Markus Euskirchen | 11. Juni 2008 | Filed under: Armut • Europa • Reichland • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
Armutsbericht: BAMS statt BMAS
Rainer Rilling | 21. Mai 2008 | Filed under: Armut • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
Der “Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales” für den “3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung” über “Lebenslagen in Deutschland” vom 19.Mai 2008 zirkuliert zunächst als Kurzfassung (der Teil A des Berichts) und mittlerweile auch in Gänze. Die Präsentation verdient eine eigene kurze Betrachtung.
Glaube nur der Statistik…
Markus Euskirchen | 20. Mai 2008 | Filed under: Armut • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
…die du selbst gefälscht hast!
Der zuständige Minister Scholz antwortet BamS im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Armutsberichts (download als PDF) der Bundesregierung.
Folgendes kommentieren laut Agentur AFP die Wirtschaftswissenschaftler vom DIW:
“Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Auswahl der Daten zum Armuts- und Reichtumsbericht kritisiert. Sein Institut habe für den Regierungsbericht errechnet, dass die Armutsquote zwischen den Jahren 2000 und 2006 von 11,8 auf 18,3 Prozent angestiegen sei, sagte der DIW-Experte Markus Grabka der “Thüringer Allgemeinen”. Diese Zahl erwähne Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) in seinen Eckpunkten nicht. Das DIW gehe zudem davon aus, dass der Konjunkturaufschwung nach 2006 die Situation nicht gebessert habe.
“Dass der Arbeitsminister das Bild vermittelt, die Armut in Deutschland habe sich zuletzt kaum verändert, hat uns sehr überrascht”, sagte Grabka. Der von Scholz vorgelegte Entwurf sei “eine zu kurz geratene Auswahl der Fakten”. Das DIW ist auf Sozialstudien spezialisiert. Zuletzt berichtete das Institut im März, dass die Mittelschicht in Deutschland rapide geschrumpft sei.”
Deutsches Armland. Aus dem Armuts- und Reichtumsbericht 2008
Rainer Rilling | 30. April 2008 | Filed under: Armut • Reichland • Reichtumsverteilung | 1 Comment
Allmählich sickern Daten aus dem aus politischen Gründen (Wahlen) lange überfälligen “Reichtums- und Armutsbericht” durch, der “im Lauf des Frühlings” veröffentlicht werden soll. Demnach ist der Anteil derjenigen, die als einkommensarm gelten und über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügen (870 Euro netto im Monat), zwischen 2000 und 2006 von 11,8 auf 18,3 Prozent gestiegen. Das sind 14,9 Mio. Menschen. Besonders stark betroffen seien Familien, wo die Armutsquote bei 26 Prozent liege, heißt es weiter. Bei den Senioren liege dieser Wert dagegen nur bei zwölf Prozent. In Großstädten wie Berlin ist mittlerweile jedes dritte Kind von “Hartz IV” abhängig. Die sogenannte „strenge Armut“ (580 Euro monatlich) hat sich ebenfalls verschärft. Sie trifft 6,7 Prozent der Menschen; vor acht Jahren waren es noch 3,8 Prozent. Die Armutsquote der 16- bis 24-Jährigen war mit 28,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den über 50-Jährigen. Zudem stieg die Armutsrisikoquote für Kinder und Jugendliche in sechs Jahren um zehn Prozent. Die Armutsrisikoquote bei Arbeitnehmern hat sich seit 2000 auf zwölf Prozent im Jahr 2006 verdoppelt. Das Problem der „working poor“ nimmt drastisch zu. Dauerrisikogruppen sind Alleinerziehende – jeder dritte Haushalt ist arm – und Zuwandererfamilien. Die Armutsquote bei Familien mit Kindern stieg allein zwischen 2003 und 2006 um knapp fünf Prozentpunkte und liegt bei 19,2 Prozent. Read more
“Mit offenen Karten” – eine arte-Reihe
Markus Euskirchen | 4. März 2008 | Filed under: Armut • Privatisierungsfolgen • Video • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
In knackigen 10-Minuten-Häppchen politisch-ökonomische Bildung auf Landkartenbasis: so z.B. “Mit offenen Karten – ungleiche Globalisierung” oder “Mit offenen Karten – Produktionsverlagerungen”
Poverty in Palestine
Markus Euskirchen | 27. Februar 2008 | Filed under: Armut • Palästina • Reichtumsverteilung | Hinterlasse einen Kommentar
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