Der Aufstand der Armen. Wiederlesen!

Markus Euskirchen | 1. Februar 2010 | Abgelegt unter: AkteureDebatten: Theorien/AlternativenLiteratur/RezensionenPraktische Kämpfe | 1 Comment

aufstand-der-armenWarum erreichen soziale Bewegungen ihre Ziele manchmal und warum manchmal nicht? Wann erreichen sie mit welchen Mitteln welche Ziele? Wie können soziale Bewegungen im Kapitalismus über Anpassungen und Regulation hinaus ernsthafte systemische Veränderungen bewirken? Und inwiefern lassen sich auf der Basis bewegungsgeschichtlicher Beispiele systematische Aussagen zu diesen und weiteren Fragen treffen? Darum geht es in dem 1977 in den USA und erst 1986 in deutscher Sprache erschienenen Buch der beiden Soziologen Richard Cloward und Frances Fox Piven “Aufstand der Armen” (engl.: Poor People’s Movements).
Das Buch erschien damals bei Suhrkamp mit einem ausführlichen Vorwort von Stephan Leibfried und Wolf-Dieter Narr mit dem Titel “Sozialer Protest und politische Form. Ein Plädoyer für Unruhe, Unordnung und Protest”. Es ist derzeit so vergriffen, dass es nicht einmal in den Internet-Antiquariaten erhältlich ist. Und Suhrkamp hat offensichtlich anderes zu tun als Bewegungs-Empowerment-Literatur neu aufzulegen. Daher gibt’s das Buch jetzt hier bis auf weiteres als Volltext zum Download.
Wer erstmal eine interessante Buchbesprechung lesen will, der oder die sei auf die Besprechung von Christian Frings im Labournet verwiesen, die beinahe Einführungscharakter hat.
Im der Monatzeitung “analyse&kritik” konnte man vor einiger Zeit nachlesen, wie das scheinbar alte Buch sehr anregend sein kann auch für ganz aktuelle bewegungsstrategische Debattenbeiträge. Olaf Bernau von NoLager Bremen empfiehlt im ak Nr. 541 vom 21.8.2009 “Runter vom Beobachtungsturm” und bedient sich zur Untermauerung seiner Thesen sehr ausführlich bei Piven und Cloward. Er kommt zu dem Ergebnis, so der Untertitel: “Die bewegungsorientierte Linke ist auf etwaige Krisenproteste unverändert schlecht vorbereitet”. Read more

Landgrab global und historisch

Markus Euskirchen | 1. Dezember 2009 | Abgelegt unter: LandschaftPraktische Kämpfe | Einen Kommentar hinterlassen

Hungerrevolten im Frühjahr 1847www.bauernkriege.de liefert ein interessantes Panorama von Landvertreibung, Enteignung der Allmende, Hunger und Revolten weltweit überblicksartig aus den vergangenen 3000 Jahren und tatsächlich detailliert ab Spätmittelalter/Frühneuzeit. Unter der Überschrift “Privatisierung des Gemeindeeigentums” heißt es: Read more

“Verstaatlichungsmaßnahmen sind Kapitalspritzen für private Banken”…

Markus Euskirchen | 27. März 2009 | Abgelegt unter: Finanzen | Einen Kommentar hinterlassen

Das neue Buch…meint Sahra Wagenknecht im Telepolis-Interview. Und im kürzeren SZ-Interview erinnert sie sich an den Moment, in dem sie vom Lehmann-Kollaps erfuhrt: “Ich habe meine Gegner überschätzt. Sie haben wirklich keinen Plan und sind in ihrer kurzsichtigen Konkurrenzlogik sogar noch dümmer, als Marx angenommen hatte.”
Mehr in ihrem neuen Buch: Wahnsinn mit Methode. Finanzcrash und Weltwirtschaft

Über Armut und Arbeitszwang in eine neue Stasi-Gesellschaft

Markus Euskirchen | 9. Februar 2009 | Abgelegt unter: Gesundheit/Soziales | Einen Kommentar hinterlassen

Der Verfassungsschutz sucht unter Hartz-IV-EmpfängerInnen „Observationskräfte“ und „Truppführer für den mobilen Einsatz“: Die in Nürnberg sitzende Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in Berlin Anfang des Jahres 2009 mehreren Dutzend Hartz-IV-EmpfängerInnen mit Leistungskürzungen gedroht, sollten diese nicht dazu bereit sein, sich beim Inlandsgeheimdienst als „Observationskräfte“ und „Truppführer für den mobilen Einsatz“ zur Verfügung zu stellen. Einziges „Anforderungsprofil“ für die neuen Schlapphüte sei „ein Interesse an politischen Zusammenhängen“, „körperliche Fitness“, „die Bereitschaft zur Unterziehung einer Sicherheitsprüfung“ und „eine flexible Arbeitszeitgestaltung“. Mehr lesen

Staatsziel Altersarmut

Markus Euskirchen | 21. Januar 2009 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

Altersarmut für Geringverdiener ist Staats- und Regierungsziel in Deutschland. Mehr in trendOnlinezeitung

Die Superreichen werden weltweit zahlreicher und reicher

Ann St | 25. Juni 2008 | Abgelegt unter: Allgemein | Einen Kommentar hinterlassen

Am 24.6. 2008 wurde der World Wealth Report von den Beratungskonzernen Merrill Lynch und Capgemini World veröffentlicht. Laut dieser Studie haben 2007 die so genannten High Net Worth Individuals (HNWI), d.h. die Privatpersonen, die über ein Nettofinanzvermögen von mehr als einer Million US-Dollar (ohne Verbrauchsgüter und eigengenutzte Immobilien) verfügen, um 9,4 Prozent auf 40,7 Billionen US-Dollar (oder 26 Billionen Euro) zugenommen.

Das durchschnittliche Vermögen dieser Personengruppe überschreitet erstmals die Grenze von 4 Millionen US-Dollar. Die Zahl der vermögenden Privatpersonen beläuft sich weltweit auf 10,1 Millionen; die Länder Indien, China und Brasilien verzeichnen die stärkste Vermögenszunahme. Der größte Zuwachs der Personenzahl bei den HNWI war im Mittleren Osten, in Osteuropa und in Lateinamerika zu beobachten. Allerdings sind zwei Drittel der Reichen weiterhin in den USA und Europa zu finden.

Auch die Zahl der HNWIs wuchs um 6,1 Prozent auf 10,1 Millionen (in Deutschland leben 826.000, doppelt so viele wie in Indien, aber doch deutlich weniger als 3 Millionen in den USA).

Die Zahl der besonders Reichen (Ultra High Net Worth Individuals) mit einem Nettovermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar ist mit 8,8 Prozent auf nun 103.000 noch stärker als die der nur Reichen gestiegen. Verdient wird weitgehend an den Aktienmärkten, also mehr oder weniger durch Spekulation, die wiederum die Preise in die Höhe treibt, worunter die ärmeren Menschen leiden.

Quelle:
Telepolis, Florian Rötzer, 25.06.2008

Mehr Informationen: www.de.capgemini.com

RLS-Standpunkt: »Das globale Europa« – Partnerschaft, die Armut schafft?

Markus Euskirchen | 11. Juni 2008 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

Ein neues RLS-Standpunkte-Papier (Autorin: Annette Groth) widmet sich der handelspolitischen Strategie der Europäischen Union, die den sprechenden namen „Global Europe – Competing in the World“ trägt. Diese Strategie steht im Kontext des Vertrags von Lissabon, der im Dezember von den Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde, und des ebenfalls beschlossenen „neuen Zyklus’ der Lissabon-Strategie“. Die neoliberale Vision eines ‚Globalen Europas’ zielt vor allem auf die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit ab, die durch weitere „Reformen“ und „Flexicurity-Maßnahmen“ auf dem Arbeitsmarkt in den EU-Mitgliedsländern und durch neue Handels- und Investitionsabkommen mit Drittstaaten erhöht werden soll. Read more

Armutsbericht: BAMS statt BMAS

Rainer Rilling | 21. Mai 2008 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

Der “Entwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales” für den “3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung” über “Lebenslagen in Deutschland” vom 19.Mai 2008 zirkuliert zunächst als Kurzfassung (der Teil A des Berichts) und mittlerweile auch in Gänze. Die Präsentation verdient eine eigene kurze Betrachtung.

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Glaube nur der Statistik…

Markus Euskirchen | 20. Mai 2008 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

…die du selbst gefälscht hast!
armut1.jpgDer zuständige Minister Scholz antwortet BamS im Vorfeld der Veröffentlichung des neuen Armutsberichts (download als PDF) der Bundesregierung.
Folgendes kommentieren laut Agentur AFP die Wirtschaftswissenschaftler vom DIW:

“Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Auswahl der Daten zum Armuts- und Reichtumsbericht kritisiert. Sein Institut habe für den Regierungsbericht errechnet, dass die Armutsquote zwischen den Jahren 2000 und 2006 von 11,8 auf 18,3 Prozent angestiegen sei, sagte der DIW-Experte Markus Grabka der “Thüringer Allgemeinen”. Diese Zahl erwähne Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) in seinen Eckpunkten nicht. Das DIW gehe zudem davon aus, dass der Konjunkturaufschwung nach 2006 die Situation nicht gebessert habe.
“Dass der Arbeitsminister das Bild vermittelt, die Armut in Deutschland habe sich zuletzt kaum verändert, hat uns sehr überrascht”, sagte Grabka. Der von Scholz vorgelegte Entwurf sei “eine zu kurz geratene Auswahl der Fakten”. Das DIW ist auf Sozialstudien spezialisiert. Zuletzt berichtete das Institut im März, dass die Mittelschicht in Deutschland rapide geschrumpft sei.”

Deutsches Armland. Aus dem Armuts- und Reichtumsbericht 2008

Rainer Rilling | 30. April 2008 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | 1 Comment

Allmählich sickern Daten aus dem aus politischen Gründen (Wahlen) lange überfälligen “Reichtums- und Armutsbericht” durch, der “im Lauf des Frühlings” veröffentlicht werden soll.  Demnach ist der Anteil derjenigen, die als einkommensarm gelten und über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens verfügen (870 Euro netto im Monat), zwischen 2000 und 2006 von 11,8 auf 18,3 Prozent gestiegen. Das sind 14,9 Mio. Menschen. Besonders stark betroffen seien Familien, wo die Armutsquote bei 26 Prozent liege, heißt es weiter. Bei den Senioren liege dieser Wert dagegen nur bei zwölf Prozent. In Großstädten wie Berlin ist mittlerweile jedes dritte Kind von “Hartz IV” abhängig. Die sogenannte „strenge Armut“ (580 Euro monatlich) hat sich ebenfalls verschärft. Sie trifft 6,7 Prozent der Menschen; vor acht Jahren waren es noch 3,8 Prozent. Die Armutsquote der 16- bis 24-Jährigen war mit 28,3 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den über 50-Jährigen. Zudem stieg die Armutsrisikoquote für Kinder und Jugendliche in sechs Jahren um zehn Prozent. Die Armutsrisikoquote bei Arbeitnehmern hat sich seit 2000 auf zwölf Prozent im Jahr 2006 verdoppelt. Das Problem der „working poor“ nimmt drastisch zu. Dauerrisikogruppen sind Alleinerziehende – jeder dritte Haushalt ist arm – und Zuwandererfamilien. Die Armutsquote bei Familien mit Kindern stieg allein zwischen 2003 und 2006 um knapp fünf Prozentpunkte und liegt bei 19,2 Prozent. Read more

“Mit offenen Karten” – eine arte-Reihe

Markus Euskirchen | 4. März 2008 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

Mit offenen Karten - bei arteIn knackigen 10-Minuten-Häppchen politisch-ökonomische Bildung auf Landkartenbasis: so z.B. “Mit offenen Karten – ungleiche Globalisierung” oder “Mit offenen Karten – Produktionsverlagerungen”

Poverty in Palestine

Markus Euskirchen | 27. Februar 2008 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

A small fact sheet about the poverty situation the palestinian occupied territories.
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Dekommodifizierte Sicherheit

Markus Euskirchen | 16. Januar 2008 | Abgelegt unter: Gesundheit/Soziales | Einen Kommentar hinterlassen

Georges Menahem, ein französischer Kollege aus dem Presom-Netzwerk, hat jetzt eine Arbeit in deutscher Sprache veröffentlicht: “Der Grad der dekommodifizierten Sicherheit: Ein Instrument zur Evaluierung der europäischen Sozialschutzsysteme”; in: Internationale Revue für Soziale Sicherheit 60 (4) 2007, 77–115. Read more

Armut und Kinderarmut in Deutschland 2007

Markus Euskirchen | 24. Oktober 2007 | Abgelegt unter: Reichtumsverteilung | 1 Comment

Ausgehend von der gerade durchgeführten Armutskonferenz, nachzulesen unter http://www.nationale-armutskonferenz.de, kommt die FR zu dem Fazit “Hartz macht Kinder arm”, in ihrer Ausgabe vom 17.10.07 unter dem Titel “Wir sind arm”.

Am Tag zuvor hatte Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach in seinem Vortrag gegenüber der NAK “Die Glut kommt von unten — aber keine Auflehnung?” die These vertreten, Armut in unserem Land sei kein Schicksal oder Naturereignis, sondern gesellschaftlich verursacht. Arme würden arm gemacht. Read more

Armuts- und Reichtumsbericht NRW

Markus Euskirchen | 16. Juni 2007 | Abgelegt unter: DatensammlungenReichtumsverteilung | Einen Kommentar hinterlassen

Wachsende Ungleichheit an Einkommen und Vermoegen

Der Sozialbericht 2007 NRW ist erschienen. Er…

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