Evolutionsbiologischer Beitrag zur Verhuetung der Tragedy of the Commons

Viele Probleme der menschlichen Gesellschaft, wie die Überfischung der Meere oder das globale Klimaproblem, sind Kooperationsprobleme. Wenn Personen, Gruppen oder Staaten frei sind, eine gemeinschaftlich bewirtschaftete Ressource übermäßig zu nutzen, dann tun sie das in der Regel auch. Dieses als „Tragedy of the Commons“ bekannte Problem wird von Sozial-, Politik- und Wirtschaftswissenschaftlern seit Jahrzehnten und neuerdings auch von Evolutionsbiologen intensiv untersucht. Doch außer der Möglichkeit, Nicht-Kooperationsbereite direkt zu bestrafen, hat man bisher noch keine kooperative Lösung der Tragedy of the Commons gefunden. Forscher des Plöner Max-Planck-Instituts für Limnologie konnten nun experimentell zeigen, dass ein Gemeinschaftsgut dann kooperativ bewirtschaftet wird und die „Tragedy of the Commons“ nicht mehr existiert, wenn die Art und Weise, wie das Gut genutzt wird, mit der Reputation des Nutzers verknüpft wird (nature, 24. Januar 2002). Gelingt das, wirft die Gemeinschaftsressource für alle Nutzer hohen Gewinn ab.

Mehr Details in der Pressemitteilung der MPG.

Copycan & Freinutz.de: Geistige Produktion freikaufen fuer die Public Domain

What are Copycan and Freinutz.de?
Digital content that exists can technically be copied, and in most cases gets copied many times.
Copycan and Freinutz.de acknowledges this situation: Authors receive money for their work without the restrictive methods of the digital content industry.

How does it work?
Step 1: upload content!
The artist uploads his work in digital form (e.g. music files), and a preview of it to copycan.org. He announces the amount of money he would like to have for releasing his work to the commons under a free license like Creative Commons.
Step 2: collect money!
People transfer money to the trusted party’s account with reference to the particular artist.
Step 3: release and distribute!
If the announced amount is reached, the artist gets paid, the content gets released and is from then on freely available. The files can be copied and distributed through filesharing networks.
Culture is flowing freely, artist and consumers are happy.

The Commoner: Magazine on Social Struggels and the Commons

From „About the Commoner“:

In the beginning there is the doing, the social flow of human interaction and creativity, and the doing is imprisoned by the deed, and the deed wants to dominate the doing and life, and the doing is turned into work, and people into things. Thus the world is crazy, and revolts are also practices of hope.
This journal is about living in a world in which the doing is separated from the deed, in which this separation is extended in an increasing numbers of spheres of life, in which the revolt about this separation is ubiquitous. It is not easy to keep deed and doing separated. Struggles are everywhere, because everywhere is the realm of the commoner, and the commoners have just a simple idea in mind: end the enclosures, end the separation between the deeds and the doers, the means of existence must be free for all!

http://www.commoner.org.uk

openDemocracy: "Free thinking for the world"

„Remix World: towards a global digital commons“ – A online-debate: A rich and surprising fusion of word, sound and image is generating a new, transcultural creative space: the digital commons. It’s also free – and that provokes opposition from those with legal, business or artistic interests in keeping culture under copyright. openDemocracy writers map the history, potential and barriers of the new „remix world“.

US-Bewegungs-Netzwerk kurz vorgestellt: "Reclaim the Commons"

Ursprünglich entstanden 2004 als Gegenmobilisierung gegen die jährliche Bio-Tech-Tagung der Biotechnology Industry Organization (BIO), ist Reclaim the Commons mittlerweile zu einer Bewegung in den USA geworden, die selbst Akzente setzt und auch weiterhin Mobilisierung gegen die Gipfel der Industrielobbies und der G-8 betreibt. Einzelheiten dazu in der Selbstdarstellung von Reclaim the Commons auf deren Homepage.

Das Netzwerk ppg laedt ein: Internationale Jahrestagung "Linke Politik oeffentlicher Gueter"

Das Netzwerk Privatisierung/Öffentliche Güter (ppg) der Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt ein zur internationalen Jahrestagung 2005 zum Thema „Linke Politik öffentlicher Güter“

am 16. Dezember 2005
10 – 18 Uhr
Franz-Mehring-Platz 1
4. Stock, Raum 445

Um Voranmeldung wird gebeten unter nuss@rosalux.de
Einführung und Programm:

„Linke Politik öffentlicher Güter“
Gesundheit, Bildung, Wissen oder Naturressourcen dienen dem Kapital auf dem Wege der Privatisierung oder Inwertsetzung zunehmend als Anlagesphäre. Diese so genannten Öffentlichen Güter sind in private Güter transformierbar und daher nicht durch ihre stofflichen Eigenschaften bestimmt. Die Art und Weise der Bereitstellung eines Gutes ist vielmehr Ergebnis gesellschaftlicher Auseinandersetzung im Kontext kapitalistischer Produktions- und Herrschaftsverhältnisse. Die Verwendung des Begriffs „öffentliche Güter“ ist daher bereits selbst schon Strategie. Sie richtet sich gegen das neoliberale Credo von der größeren Effizienz privater Eigentumsrechte. Sie will sagen: Die Welt ist keine Ware! Vor diesem Hintergrund soll danach gefragt werden, wie die Linke „öffentliche Güter“ erkämpfen und verteidigen kann.

Auf der Jahrestagung des Netzwerks ppg der Rosa-Luxemburg-Stiftung sollen daher konkrete Praktiken zur Verteidigung öffentlicher Güter vorgestellt werden, beispielsweise die Kämpfe um den Erhalt von Wasser als öffentliches Gut, alternative Eigentumsformen an digitalisiertem Wissen oder die Strategie einer „Aneignung von unten“. Die Relevanz von „Global Governance“ zur Verteidigung globaler öffentlicher Güter steht ebenso zur Debatte. In verschiedenen Beiträgen soll das Konzept der öffentlichen Güter selbst diskutiert werden und gefragt werden, ob und wie weit es trägt im Kampf gegen die zunehmende Inwertsetzung der Welt.
Das Programm:

10.00 – 11.45 Uhr
Gaye Yilmaz (Türkei)
Öffentliche Güter: eine konzeptionelle Annäherung und Alternativen
Jannis Milios (Griechenland)
Öffentliche Güter, gesamtgesellschaftliche Reproduktion und die Veränderung der sozialen Kräfteverhältnisse
11.45 – 12 Uhr Kaffeepause

12.00 – 13.45 Uhr
Philipp Terhorst (England)
Deprivatisierung von Wasser: Kollektiver Aufbruch zur gesellschaftlichen Gestaltung der Wasserversorgung?
David Berry / Giles Moss (England)
The Libre Commons

13.45 – 15.15 Uhr Mittagspause

15.15 – 16.45 Uhr
Michael Krätke (Niederlande)
Globale öffentliche Güter – der Testfall für „Global Governance“?
Alessandro Pelizzari (Schweiz)
Perspektiven gesellschaftlicher Aneignung

16.45 – 17.00 Uhr Kaffeepause

17.00 – 17.45 Uhr
Özgür Müftüoglu (Türkei)
Privatisierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen in historischer Klassenperspektive

Creative Commons auf dem Pruefstand

Creative Commons ist eine Organisation, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge veröffentlicht, mittels welcher Autoren an ihren Werken, wie z. B. Texten, Bildern, Musikstücken usw. der Öffentlichkeit Nutzungsrechte einräumen können. Maßgeblicher Initiator ist der Juraprofessor Lawrence Lessig (mehr dazu bei Wikipedia und Google). Creative Commons bzw. die damit einhergehende Philosophie sind äußerst populär geworden. Ein sehr seltener kritischer und aber empfehlenswerter Beitrag zum Thema haben David Berry und Giles Moss diesen Sommer vorgelegt mit dem Text „On the ‚Creative Commons‘: a critique of the commons without commonalty. Is the Creative Commons missing something?“, im Volltext hier einsehbar:
http://www.freesoftwaremagazine.com/free_issues/issue_05/commons_without_commonality

Gegen die Privatisierung des Wissens der Welt

Sebastian Bödeker/Oliver Moldenhauer/Benedikt Rubbel
Wissensallmende. Gegen die Privatisierung des Wissens der Welt
AttacBasisTexte 15
100 Seiten (2005), EUR 6.50/sFr 12.00
ISBN 3-89965-118-9
Kurztext: Soll die Aufteilung der Welt in „Wissensbesitzer“ und „Wissens-Habenichtse“ zementiert werden?
Wissen wird immer wichtiger. Ein immer größerer Teil der Arbeitskraft fließt in die Erschaffung und Reproduktion von Wissen. Die Industrie bemüht sich, den freien Zugang zu Wissensgütern immer weiter zu beschränken, und wir erleben eine zunehmende Einschränkung der freien Verbreitung des Wissens. Damit rücken die Kämpfe um „geistiges Eigentum“ in den Brennpunkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Das gilt für Software ebenso wie für Musik und Bücher, aber auch für neue Reissorten oder Medikamente… Dieses Buch wird unter den Bedingungen einer Creative Commons License veröffentlicht (s. S. 86):
http://www.creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de
Nach dieser Lizenz dürfen Sie den Inhalt für nichtkommerzielle Zwecke vervielfältigen, verbreiten und öffentlich aufführen und Bearbeitungen anfertigen unter der Bedingung, dass die Namen der Autoren und der Buchtitel inkl. Verlag und ISBN genannt werden und Sie die auf diesem Werk basierenden Inhalte unter gleichen Lizenzbedingungen weitergeben

Digital goods and the concept of the commons

Über die Ambivalenzen des Konzept der Commons und der Öffentlichen Güter: lecture-manuscript by Sabine Nuss, New Left Forum, City University of New York, April, 15-17, 2005, download: http://www.rosalux.de/engl/articles/nuss/Digital%20Goods.htm or: http://www.volkskunstschaffen.de/sabine_nuss/DigitalCommons_NewYork.pdf

kleine Literaturlinksammlung: Geistiges Eigentum/Intellectual Property Rights

Zur Politik auf dem Gebiet der IPR die NRC-Studie zu Intellectual Property („Digital Dilemma„). Georgia Harper gibt in Copyright – Endurance and Change einen Einstieg in die aktuelle Debatte um das US-Copyrightrecht. Der 2001 publizierte Report Clarifying Intellectual Property Rights For the New Economy [pdf] von Margaret M. Blair, Gary M. Hoffman, and Salvatore P. Tamburo gibt eine geraffte Übersicht zur aktuellen Problemlage der Intellectual Property Rights in ihrem ökonomischen Kontext aus konservativer Sicht.
Globale IP-Regimes werden debattiert in Intellectual Property Rights And Foreign Direct Investment [pdf]. Zum Stand der globalen Auseinandersetzung – vor allem in den USA – um die massive Expansion des Patentsystems mit Stand vom Herbst 2001 informieren sehr gut Richard Sietmann: Wettbewerb im Gerichtssaal (ct 17/2001) und weiter ausgreifend Paul Edward Geller: From Patchwork to Network- Strategies for International Intellectual Property in Flux [pdf] (1998).
Zum Einstieg in die spezielle aber natürlich zentrale Frage des Copyrights sehr gut geeignet ist Charlotte Waelde: The Quest for Access in the Digital Era: Copyright and the Internet im Journal of Information, Law and Technology 1/2001. Eine Debatte aus 2001 über Copyright and Globalization in the age of computer networks dokumentiert das GNU-Projekt.
Auf den universitären Problembereich bezogen ist CopyOwn – A Resource On Copyright Ownership For The Higher Education Community, ebenso die Intellectual Property Copyright and Fair Use Resources. Auch Kenneth W.  Dam analysiert Intellectual Property and the Academic Enterprise[pdf] (1999) ebenso wie Sarah Stein in: The Media Production Model. An Alternative Approach to Intellectual Property Rights in Distributed Education [pdf].
Das Electronic Journal of Intellectual Property Rights des OXFORD INTELLECTUAL PROPERTY RESEARCH CENTRE bietet seit einiger Zeit aktuelle Studien online, interessant vor allem Michael Blakeney: Intellectual Property in the Dreamtime – Protecting the Cultural Creativity of Indigenous Peoples (1999) und Paul A David`s A  Tragedy of the Public Knowledge ‚Commons‘? Global Science, Intellectual Property and the Digital Technology Boomerang (2000).
Wer dennoch Bücher liebt und liest: z.B. an der TU Berlin gibt es eine (langsam wachsende) Literaturliste zum Geistigen Eigentum. Wer dagegen von Humphrey Bogart nicht loskommt, sei auf Douglas G. Baird`s Does Bogart Still get Scale? Rights of Publicity in the Digital Age (Chicago 2001) [pdf] verwiesen.