According to the capitalist lexicon, the “Free Market” is the economic system in which prices are determined by unrestricted competition between privately owned businesses. Any sensible person can recognize immediately that neither human beings nor resources are free in such a system; hence, a “Really Really Free Market” is a market that operates according to gift economics, in which nothing is for sale and the only rule is share and share alike. In the interest of not taxing the reader’s patience, a single apostrophe stands in for the two “Really”s throughout this text. Read more
(Deutsch) Die Re-Kommunalisierung des Privaten
Franziska Frielinghaus | 1. February 2012 | Filed under: PPP • Privatization's Consequences • Re-Municipalization • PPP • Privatization | Leave a comment
Die (Teil-)Privatisierung von u.a. Immobilien, der ÖPNV, Bildungseinrichtungen, der Energiewirtschaft, Krankenhäusern hat den Kommunen und dem Staat kurzfristig Geld eingebracht. Ziel war es, den Haushalt zu entlasten. Die Rechnung ist nicht besonders gut aufgegangen. Transparenz bei Verträgen wäre eine Lösung, Re-Kommunalisierung eine weitere. - Weiterlesen>
(Deutsch) 85 % in Dresden gegen Privatisierung der Krankenhäuser
Markus Euskirchen | 31. January 2012 | Filed under: dresden • Health • Municipalities • krankenhäuser • Privatization's Crisis • Health/Social Issues | Leave a comment
Trotz vergleichsweise niedriger Wahlbeteiligung von unter 40 Prozent war der Bürgerentscheid zur Beibehaltung der beiden Krankenhäuser als städtische Eigenbetriebe am Sonntagabend erfolgreich. Fast 135.000 Dresdner stimmten mit „Ja”, wodurch auch das Quorum deutlich erreicht wurde. Auch wenn im Stadtrat eine Mehrheit für die Umwandlung in eine gGmbH existiert, müssen die Kliniken jetzt für mindestens drei Jahre in ihrer jetzigen Form weitergeführt werden. Weiterlesen
Public Goods become Prey of Mega Foundations and Agribusiness (New Report)
Markus Euskirchen | 24. January 2012 | Filed under: Ernährung • Globale Landwirtschaft • Public Goods • Biodiversity/gen.Ressources | Leave a comment
Big foundations like Gates and giant agribusinesses like Syngenta are taking an interest in multilateral public institutions committed to ending hunger. The international agencies are having trouble with the “public/private” boundaries. Read more
(Deutsch) Privatisierungsurteil Maßregelvollzug: Staat schafft sich ab
Markus Euskirchen | 22. January 2012 | Filed under: Gefängnis • Health • Gewaltmonopol • Psychiatrie • Security • Privatization | Leave a comment
- Art. 33 Abs. 4 GG gilt auch für die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben in privatrechtlicher Organisationsform.
- Abweichungen vom Grundsatz des Funktionsvorbehalts bedürfen der Rechtfertigung durch einen spezifischen, dem Sinn der Ausnahmemöglichkeit entsprechenden Ausnahmegrund.
- Die Übertragung von Aufgaben des Maßregelvollzuges auf formell privatisierte Träger kann mit Art. 33 Abs. 4 GG sowie mit dem Demokratieprinzip und den Grundrechten der Untergebrachten vereinbar sein.
Leitsätze des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur Privatisierung der hessischen forensischen Psychatrie (d.h. Maßregelvollzugs).
- Art. 33 Abs. 4 GG gilt auch für die Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben in privatrechtlicher Organisationsform.
- Abweichungen vom Grundsatz des Funktionsvorbehalts bedürfen der Rechtfertigung durch einen spezifischen, dem Sinn der Ausnahmemöglichkeit entsprechenden Ausnahmegrund.
- Die Übertragung von Aufgaben des Maßregelvollzuges auf formell privatisierte Träger kann mit Art. 33 Abs. 4 GG sowie mit dem Demokratieprinzip und den Grundrechten der Untergebrachten vereinbar sein.
Leitsätze des Bundesverfassungsgerichtsurteils zur Privatisierung der hessischen forensischen Psychatrie (d.h. Maßregelvollzugs). Read more
(Deutsch) Kapitalismus gegen das Klima
Jana Flemming | 21. January 2012 | Filed under: Klimabewegung • Klimaskeptiker • Klimawandel • USA • Actors • Practical Struggles | Leave a comment

Hybridauto. {small}Bildquelle: World's Luxury Guide{/small}
Der Klimawandel war in den USA durchaus mal angesagt. Celebreties cruisen in Hybridautos herum, auf dem Beifahrersitz die Öko-Ausgabe der Vanity Fair. Diese Zeiten sind vorbei, so der Befund der Aktivistin und Autorin Naomi Klein. Auch auf politischer Ebene befinden sich die us-amerikanischen Demokraten zu der Problematik im Leerlauf. Das öffnet den Raum für klimaskeptische Republikaner, um noch einmal richtig durchzustarten: Die Klimabewegung als “ein grünes trojanisches Pferd, dessen Bauch gefüllt ist mit roter marxistischer Doktrin”. So die Befürchtung des Teilnehmers einer Konferenz zu Klimawandel des Heartland Instituts, eine Konferenz, die bekannt ist für die Zusammenkunft zahlreicher Klimaskeptiker.

Hybridauto. Bildquelle: World's Luxury Guide
Der Klimawandel war in den USA durchaus mal angesagt. Celebreties cruisen in Hybridautos herum, auf dem Beifahrersitz die Öko-Ausgabe der Vanity Fair. Diese Zeiten sind vorbei, so der Befund der Aktivistin und Autorin Naomi Klein. Auch auf politischer Ebene befinden sich die us-amerikanischen Demokraten zu der Problematik im Leerlauf. Das öffnet den Raum für klimaskeptische Republikaner, um noch einmal richtig durchzustarten: Die Klimabewegung als “ein grünes trojanisches Pferd, dessen Bauch gefüllt ist mit roter marxistischer Doktrin”. So die Befürchtung des Teilnehmers einer Konferenz zu Klimawandel des Heartland Instituts, eine Konferenz, die bekannt ist für die Zusammenkunft zahlreicher Klimaskeptiker.
Der Klimawandel war in den USA durchaus mal angesagt. Celebreties cruisen in Hybridautos herum, auf dem Beifahrersitz die Öko-Ausgabe der Vanity Fair. Diese Zeiten sind vorbei, so der Befund der Aktivistin und Autorin Naomi Klein. Auch auf politischer Ebene befinden sich die us-amerikanischen Demokraten zu der Problematik im Leerlauf. Das öffnet den Raum für klimaskeptische Republikaner, um noch einmal richtig durchzustarten: Die Klimabewegung als “ein grünes trojanisches Pferd, dessen Bauch gefüllt ist mit roter marxistischer Doktrin”. So die Befürchtung des Teilnehmers einer Konferenz zu Klimawandel des Heartland Instituts, eine Konferenz, die bekannt ist für die Zusammenkunft zahlreicher Klimaskeptiker.
Al Jazeera on Gentrification in Berlin
Franziska Frielinghaus | 3. January 2012 | Filed under: Berlin • Gentrifizierung • Real Estate • Reichland • Labour/Precarity | Leave a comment
Arbeitskampf um Mindestlohn, bezahlte Mehrarbeit, Lohnauszahlung und geregelte Arbeitszeiten sind nur einige Aspekte,
die sich hinter günstigen Hostels, Partymeilen oder gediegenem Hotelflair verbergen. Wer im Tourismusbereich arbeitet, sieht sich einem bunten Blumenstrauß kapitalistischer Arbeitsbedingungen gegenüber. Sebastian Riesner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) erläutert die enorme Verschlechterung der Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sowie die Forderungen im anstehenden Arbeitskampf. Berlin verändert sich also nicht nur zum Guten, sei es durch miese Arbeitsbedigungen im Tourismusgewerbe oder die Verdrängung durch unbezahlbaren Wohnraum. Das findet auch Aljazeera.
Stefan Merten about “Com’on!”
Markus Euskirchen | 12. December 2011 | Filed under: Berlin • Commons • DIE LINKE • Property • Re-Municipalization • Cooperative Economy • De-Privatization • Public Goods | Leave a comment
Stefan Merten reported to oekonux mailinglist from “Com’on!”:
“Last Saturday I attended the workshop “COM’ ON! – Die alte Eigentumswelt dreht sich”.
The workshop has been organized by the Rosa-Luxemburg-Stiftung which
is the foundation of the party “Die Linke” in Germany. “Die Linke” is
the socialist party in Germany. As far as I understood the Keimform
people co-organized this event.The workshop has been attended by about 40 persons. At least 8 of them
were on the Oekonux list at some point. It was very nice to meet all
these people again – some of them I had not met since years.Some other people came from the broader commons debate. Most of the
remaining attendees I’d consider coming from the classical left which
is of course what “Die Linke” is.The topic of the workshop was: What does the concept of commons mean
for the left in general and for “Die Linke” in particular.Well, I’m not really into this commons debate but my impression is
this: It is composed of two discourses which IMHO have nothing to do
with each other. One of the discourses is the commons based peer
production discourse which is put forward by people like StefanMz and
ChristianS. I.e. the topic of this list. The other discourse is a very
classical left discourse with all the same old, same old questions and
approaches. Here are some aspects which IMHO mark the boundary:* Appropriation of means of production
Part of the left commons discourse seems to be the classical
discussion about power relationships. As one example the power over
means of production is discussed in the form that the means of
production must be appropriated from the current owners. That
reflects closely the classical discussion that the working class
should be owner of the means of production.In the peer production discourse this question – which is of course
an important one – is answered differently: Let’s build the means of
production ourselves. This is a very different approach.* Importance of environmental issues
In the left commons discourse environmental issues seem to play an
important role. This is of course part of the more recent left
standard program.In peer production I can’t see that environmental issues play any
special role.* Retrial of failed concepts
One of the interesting questions to the participants was: “How are
you involved in the commons on a daily basis?” Of course I listed
all the digital commons I’m using daily and producing for often
enough.Many other at the table named classical approaches like people’s
kitchens (Volksküche), organizations which are similar to
cooperations (Genossenschaften) or gratis shops (Umsonstläden). If I
add self-governed companies I guess many of those people would
agree.Well, of course these things have been tried for decades. Many of
them came up in the 1970-ies, some are as old as the workers’
movement. What seems to be clear to me is that after so many decades
we *know* that these approaches may be a nice individual niche but
they don’t have any practical relevance on a larger political scale.In peer production we don’t see these failed concepts at all.
* Classical oppression and equality
One person spelled out the classical oppression topics like gender
or disablement. Race could be probably also added. This persons’s
critique in the commons debate was that it doesn’t include this type
of inequality – or rather that it doesn’t make inequality a topic.I tried to explain that inequality *escpecially* in needs and
abilities is central to a peer production approach. What is a
project worth where all participants want the same and have the same
abilities? Unfortunately this didn’t reach this person at all. I
also tried to make clear that under Selbstentfaltung conditions the
chance for equal chances for all are much better. But even this was
refused by this person.In the end I have no idea what this person wanted – beyond: *you*
need to do what *I* think is right. Or in other words: political
correctness.* Political correctness as a precondition
In another discussion a similar topic came up: People find it hard
that in commons projects they have to accept people with a different
political opinion. In other words: They would prefer that political
correctness should be a precondition for becoming member of a
commons project.Well, I saw many leftists who suggested Free Software licenses with
political correctness built in. It never worked. In fact I think one
of the key advantages of Free Software licenses is that they do
*not* require political correctness on any side.Don’t let me be misunderstood: Of course there are rules in peer
production projects. But these rules relate to the goals of the
project and not to alienated goals like political correctness.* Reference to crafts
In many cases there is rather a reference to (classical) crafts than
to modern industry or automation. This certainly reflects the
technology scepticism in the post 1970-ies left.Of course in peer production technology is welcomed and seen as a
means to bring us forward.* Ignorance of the new mode of production
People like StefanMz bring this topic up again and again: By peer
production we talk of a new mode of production. Still it seems not
to be heard. Or may be what this means is just not understood. Given
that the mode of production is one of the main Marx terms this makes
things worse, however. One hint to the latter is that this strong
thesis is not even criticized!Well, as I said I’m not really into the commons debate. But my
impressions from Berlin strengthened my scepticism: There are two
discourses where the classical left discourse in a nutshell is old
wine in new bottles. I see that the visible peer production realms
like Free Software and Wikipedia *do* inspire the classical left. But
they don’t really understand what happens in front of their eyes. They
prefer to do and think the same old same old, instead. Like
generations before them.I thought about possible reasons for this. After all these people
*want* to engage for a viable alternative – why do they spend their
time with pointless activities then? May be the classical materialist
saying that the being determines the concsiousness (Marx) applies
here. Many of these people are not involved in the digital commons /
peer production – probably most of them still even prefer M$. So they
have no practical idea of what peer production may mean. Yet they
don’t understand this concept. And look at Oekonux for another hint:
Many of the most influential people are into both: Politics *and*
technology including peer production.An extreme variant of this ignorance of modern thoughts was the main
topic of one talk. In the brand new party program of “Die Linke” the
word “commons” does not appear at all and also the German translation
“gemein…” does appear only once. This after some years of commons
debate in the left. Although this is not really surprising IMHO it
makes finally clear that “Die Linke” is not useful for a promising
project. This is a pity IMHO.The whole workshop reminded me of a picture which came up in the
Oekonux debate long ago. There are two ways of dealing with the ever
rising flood: Build dams to protect the existing or build ships to
sail for new shores. The classical left discourse IMHO focuses on
building dams. They want to protect what is. The peer production
discourse is of course a ship builder approach.I like this picture because it makes clear a couple of things. For
instance that both approaches are needed. At the very least the ship
builders can not build ships when there are no dams to protect them
From the flood. But the most important difference this picture
illustrates is this: For building dams you need a completely different
set of abilities and tools than for building ships.You even need different mind sets. Dam builders need to prefer
strength, firmness, immobility and stability and are interested in the
past and presense they want to protect. They fight *against*
something. Ship builders need to prefer dynamic, agility and are
interested in new horizons. The fight *for* something. In a way it is
funny and sad at the same time that today those who *think* they are
oh so progressive turn out to be so conservative…I often compare our time with early capitalism. When I project the
current commons discourse into this time I’d say that it is a
discourse between the early capitalists and the rebel fraction of the
nobility. While the first opposed monarchy the second only wanted a
different king. How should this possibly work?Well, as you may imagine there were very little to learn for me during
this workshop beyond some impressions of the commons debate. However,
one thought was new and after all this sceptical stuff I’d like to
share it with you.We talked about needs and an older woman from Austria told that she
well remembers a time when it was simply clear that you get a job and
there is sufficient social security and so on. A situation younger
people usually have difficulties to even imagine. She said that life
felt differently then and that even the needs were different. I think
she is right. And it’s pretty obvious that you don’t need to care much
about your social security if it is simply given and you can be sure
that this is still the case in 20 years.I know this effect from Free Software. I remember that in the 1980-ies
I stored a copy of the Gnu Free Software onto a tape of my own
although I didn’t need it. I wanted to own a copy so I’m sure I can
use it if I want. Today I’d not even have this idea – because I know
that Free Software is available and will be available tomorrow. And
Wikipedia is available and will be available tomorrow.In other words: these resources are part of the common infrastructure
and it’s clear that they will stay. We discussed this a but further
and suggested that insurance models like in health insurance or flat
rate models may have a similar effect although on a paid-for basis.”
(Deutsch) Torsten Bultmann zur unternehmerischen Hochschule [Interview]
Niels Spilker | 5. December 2011 | Filed under: Education • Privatization • Education/Knowledge • Interviews • Privatization | Leave a comment
Torsten Bultmann vom Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) hielt am 23. November einen Vortrag an der Uni Tübingen: “Das Matthäus-Prinzip oder wie unternehmerischer Wettbewerb und Exzellenz Ungleichheiten vertiefen”. Read more
(Deutsch) “Elite-Bonds”, Normalitätsklassen und Demokratie auf Ramschniveau
Niels Spilker | 30. November 2011 | Filed under: Europe • Krise • Knowledge • Finances • Press | Leave a comment
Wichtiger als das Wissens, welches von der Macht instrumentalisiert wird, ist in der gegenwärtigen Krise der Eurozone (des Kapitalismus) wohl normalisierendes Wissen. An Foucault anknüpfend, beschreibt Jürgen Link das historisch jeweils durchgesetzte Normale als einen „eng vernetzten Komplex aus diskursiven Konzepten und Modellen wie praktischen Verfahren“ (Link 2006: 20). Es umfasst verschiedene, wissenschaftliche wie praktisch gesellschaftliche Verfahren der Normalisierung, des Normal-Machens, der Produktion und Reproduktion des Normalen. Sie sind „von größter Bedeutung für moderne Gesellschaften westlichen Typs“ (ebd.). Link fasst sie im Begriff „Normalismus“ zusammen.
In einem aktuellen Kommentar hat Jürgen Link nun normalismustheoretische Überlegungen in Bezug auf die aktuelle Diskussion um die sog. „Elite-Bonds“ angestellt. Er schreibt: Read more
(Deutsch) “Unser Schutzschild heute ist das Buch!”
Niels Spilker | 26. November 2011 | Filed under: Education • Knowledge • Education/Knowledge • Practical Struggles | Leave a comment
Das DISS-Journal 22 – das Journal des Duisburger Instituts für Sprach und Sozialforschung – ist soeben erschienen. Der Schwerpunkt der Ausgabe trägt den Titel „Arabischer Frühling, westlicher Herbst?“ und fragt nach Gemeinsamkeiten der jüngsten Demokratie- und Anti-Krisen-Bewegungen.
Das Interview „Unser Schutzschild ist das Buch!“ enthält Stimmen aus dem Studierendenkollektiv der Fakultät Politikwissenschaften an der Universität Sapienza vom Ende Oktober 2011. Die AktivistInnen äußern sich zu zentralen Begriffen, Aktionsformen und dem sog. book bloc.
Das gesamte Diss-Journal kann hier nachgelesen oder hier als PDF heruntergeladen werden.
(Deutsch) Hochschulmanagement: The winner takes it all
Niels Spilker | 8. November 2011 | Filed under: Education • Privatization's Consequences • Actors • General • Education/Knowledge • Privatization | Leave a comment
Ich bin mir manchmal nicht sicher, ob diese ganzen Initiativen im Rahmen der neoliberalen Hochschulreform wirklich alle ernst gemeint sind. Die Suche nach dem “Hochschulmanager des Jahres 2011″ ist mal wieder so ein Punkt. Auf den Thron bugsiert wird am 7.12. in Berlin durch die FTD und – wie könnte es anders sein – das Centrum für Hochschulentwicklung CHE. Gesucht wreden, so schreibt die FTD, „die besten Alphatiere an den Unis“. Read more
(Deutsch) Der Reiz des Rankings
Niels Spilker | 31. October 2011 | Filed under: Education • Media • Knowledge • General • Education/Knowledge | Leave a comment

The contributor of this photos is Tony Atkin
Im Auftrag gegeben durch die “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” (INSM) erscheint seit 2004 einmal im Jahr der „Bildungsmonitor“. Wie Georg Seeßlen treffend schreibt: Ohne Rating (und ohne Ranking) wäre man ja ratlos. Das gilt wohl auch im Bildungsbereich, der mit Rankings, Berichten und Zahlenwerk seit einigen Jahren geradezu überschwemmt wird. Im Auftrag der GEW hat sich Tobias Kaphegyi dankenswerterweise mit der Rationalität des Bildungsmonitors in einer Studie näher auseinandergesetzt. Er schreibt:
Die vorliegende Arbeit versucht sich, aufgrund des bisherigen Mangels an kritischer Auseinandersetzung mit dem Bildungsmonitor, an einer mehrere Aspekte umfassenden Beurteilung, die aber bestimmt noch kritikwürdige Bereiche der Thematik unbearbeitet lässt. Doch schon in dieser sicherlich unvollständigen Gesamtschau der Mängel wird deutlich, wie wichtig eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Rankings und ihrer verblüffend großen, medialen Macht ist.
Die Studie kann hier als PDF nachgelesen werden.
(Deutsch) taz zur versuchten Privatisierung des Atomkraft-Diskurses
Niels Spilker | 29. October 2011 | Filed under: Actors • Privatization • Actors • General • Energy • Communication • PPP | Leave a comment
Wem gehört der “Ausstieg aus dem rotgrünen Atomausstieg” aus dem Jahr 2010? Die Sache ist kompliziert. Zum einen war ja der rotgrüne Atomausstieg kein wirklicher Ausstieg, weil er bspw. die Urananreicherungsanlage in Gronau außer Acht ließ und mit dieser unseligen Restlaufzeit-Rechnerei anfing. Das aber nur nebenbei.
Die taz hat in ihrer heutigen Ausgabe “Geheimpapiere” der Atomlobby aufgedeckt. Geheimpapiere – das klingt jetzt sehr nach Verschwörung. Naja, vielleicht mag die taz Verschwörungen. Interessant sind die Papiere - hier nachzulseen – dennoch. Read more
(Deutsch) Chart-Breaker in der Krise
Niels Spilker | 21. October 2011 | Filed under: Krise • Media • General • Culture • Art • Security | Leave a comment
Ich muss gestehen, ich war am Wochenende nicht vorm Parlament in #berlin bei dieser #occupy-Geschichte. Noch schlimmer, ich hab stattdessen das Treppenhaus gefegt und mein Zimmer aufgeräumt. Jaja, ich weiß, so wird das nichts mit #worldrevolution und #globalchange. Aber: Ich habe immerhin diesen SZ-Artikel von Pat Blashill vom 4. August wiedergefunden.
Den hatte ich quasi beinahe verbaselt, was schon schade gewesen wäre, weil er auf die popkulturelle Verarbeitung der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus verweist. Pat Blashill ist der Meinung, dass in den US-Charts der sogenannte Empowerment-Pop großartige Erfolge feiert und beschreibt u.a. das Video von Ke$ha – We R Who We R, die da singt: Read more
(Deutsch) Buchbesprechung: “Was passiert?” – “Bildung MACHT Gesellschaft”
Niels Spilker | 22. August 2011 | Filed under: Education • Privatization • Education/Knowledge • Debates: Theories/Alternatives • Literature/Books • Privatization | Leave a comment
Als Dokumentation und Reflexionen der Proteste der Studierenden von 2009/2010 sind bei Diaphanes und im Verlag Westfälisches Dampfboot zwei wie ich finde lesenswerte Bücher erschienen. Der Band „Bildung MACHT Gesellschaft“ geht auf eine Ringvorlesung in Salzburg zurück, die von Studierenden infolge der Proteste organisiert wurde. Der Sammelband „Was passiert?“ des Autor_innen-Kollektives „Unbedingte Universitäten“ aus München enthält Stellungnahmen, Thesen, Forderungen, Flugblätter, geordnet nach den Kristallisationspunkten und Orten des Protests (von Wien über Bochum und Berlin nach Berkley und New York).
Zunächst also: Was passiert? Das Buch versammelt zunächst diverse Forderungen der Proteste: „Schluss mit den intransparenten Anmeldesystemen!“ (Wien) „Gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse in der Wissenschaft!“ (Frankfurt/Oder). „Vergesellschaftung der Hochschule von innen!“ (Kapfinger/Sablowski) Und Julian Nida-Rümelin fordert, dass „wir in Deutschland an der grundsätzlichen Gleichwertigkeit der Studienstandorte fest[halten]“.
Ausgangs- und ein weitgehend gemeinsamer Kritikpunkt der Statements sind die Verhältnisse in der ökonomisierten, unternehmerischen Universität. „Der derzeitige Bildungsbegriff ist am Begriff der wettbewerbsfähigen Wissensökonomie orientiert. Bildungsinstitutionen wird fast ausschließlich im Kontext marktwirtschaftlicher Verwertungslogiken Bedeutung beigemessen.“ (Lehrenden- und Forschendenversammlung der Wiener Universitäten). Da hören die Gemeinsamkeiten dann aber auch schon wieder auf, die gesellschaftstheoretischen Deutungen gehen mitunter ziemlich weit auseinander. (Was auch nicht verwundert, wenn Anachist_innen neben Ulrich Beck schreiben und Judith Butler neben Julian Nida-Rümelin– zwischen 2001 und 2002 als Kulturstaatsminister Mitglied der Bundesregierung.)
Ist die Gegenwartsgesellschaft also insgesamt geprägt von einer „Intensivierung von Verwertung und Ökonomisierung“ (Wiener Kollektiv)? Leben wir in einem autoritären Regime, in dem „die wichtigsten und grundsätzlichsten Entscheidungen […] nicht zur Wahl [stehen]“, wie Mark Lance meint? Oder erleben wir vor allem eine „Anti-Bildungs-Bildungsreform“? In den Worten von Ulrich Beck also „Fast Food entspricht Fast Education“? Aber gerade durch diesen Pluralismus ist das Buch erfrischend und inspirierend.
Im Mittelpunkt des Sammelbandes „Bildung MACHT Gesellschaft“ stehen weniger die Forderungen des Bildungsstreiks, sondern gesellschaftstheoretische Reflexionen über die Transformation des Bildungssystems. Konrad Paul Liessmann konstatiert etwa: „Vieles von dem, was unter dem Titel der Wissensgesellschaft propagiert und proklamiert wird, erweist sich bei genauerem Hinsehen als eine rhetorische Geste, die weniger einer Idee von Bildung, als handfesten politischen und ökonomischen Interessen folgt.“ Die Bildungsreformen zielen auf den flexiblen Menschen, „der lebenslang lernbereit, seine kognitiven Fähigkeiten sich rasch wandelnden Märkten zur Disposition stellt“.
Roland Atzmüller knüpft an diesen Gedanken an. Er sieht in den gegenwärtigen Prozessen der Reorganisation vor allem „widersprüchliche und umkämpfte Suchprozesse nach neuen Formen der Regulation der Konstitution des Arbeitsvermögens in den gesellschaftlichen Bildungs- und Sozialisationsinstanzen“. Bildung wird auf das Humankapital reduziert. „Einzelne Qualifikationsbausteine werden als Güter konzipiert, die Produziert, am Markt angeboten, verkauft und verwertet werden können.“
Kontext der Reformen ist für ihn die Entwicklung vom Wohlfahrtsstaat zum „Workfare-State“. Voraussetzung für das Werden dieser Form von Staatlichkeit sind Arbeitskräfte, die „fähig und bereit sind, als UnternehmerIn ihrer eigenen Arbeitskraft die Dynamik der Akkumulationsprozesse zu sichern“. Atzmüller sieht hier wie ich finde sehr plausibel eine Art von Selbstkritik des Managements an starren fordistischen Regimes der Überwachung und Steuerung der Arbeitskraft.
Ein zentraler Apparate der „Beschlagnahme von Lebenszeit“ (Michel Foucault) ist im Fordismus die gewissermaßen auf die Gesellschaft verallgemeinerten Institution der Schule. Lern- wie auch Arbeitsverhältnisse werden – so die Idealvorstellung – aus der Position des analysierenden Beobachters geplant, gesteuert und überwacht. Im Rahmen der neoliberalen Offensive erscheint bspw. die fehlende Innovationskraft und die Passivität der so gesteuerten Subjekte als Hauptproblem. Eine fordistische Menschenführung hat demnach Mechanismen entwickelt, die eine „Kultur der Abhängigkeit“ befördert – so Anthony Giddens als Stichwortgeber der Neuen Mitte. Und diese Abhängigkeit habe eine psychologische Grundhaltung zur Konsequenz, die verhindert, sich in der Welt von heute zurechtzufinden.
Was innerhalb der gegenwärtigen Bildungsreform als deutlich wird, ist die Suche nach einen neuen „Arbeiter- und Menschentyp“ (Gramsci). Es geht in dieser Argumentation um die Generierung einer spezifischen Subjektform, wobei Roland Atzmüller diese Generierung im engen Zusammenhang mit der Transformation kapitalistischer Verhältnisse sieht. Die Beschäftigten sind heute also „begabter“, als sie es gestern noch sein durften. Die angenommenen Fähigkeiten der Bevölkerung folgen hier den Bedürfnissen der ökonomisch Herrschenden.
Die Debatte um das unternehmerische Selbst in der aktuellen Bildungsreform, die durch den Sammelband aufgegriffen wird, kann und soll hier nur ein Schlaglicht werfen. Das Buch ist mit seinen vielen Beiträgen insgesamt sehr gelungen.
Ihren Ausgangspunkt hatten beide Bücher in den Protesten und den Streiks der Studierenden, was die These von Gerald Raunig ganz plausibel erscheinen lässt, dass die Universitäten als Orte der Debatte und der Politisierung – als „neue Orte des Konflikts“ – enorm wichtig sind. Alleine dass die Streiks diese beiden Bücher hervorbrachten, ist wohl schon ein Beleg dafür.
Unbedingte Universitäten (Hrsg.). 2010. Was passiert? Stellungnahmen zur Lage der Universität. Zürich: Diaphanes. 412 Seiten. 17,50 Euro.
Sandoval, Marisol u.a. (Hrsg.). 2011. Bildung MACHT Gesellschaft. Münster: Westfälisches Dampfboot. 257 Seiten. 25,90 Euro.
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