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	<description>Privatization, Public Goods, Regulation</description>
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		<title>Commons in Zeiten der Cholera</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 07:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatten: Theorien/Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Güter (allg.)]]></category>
		<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Benni B&#228;rmann in Arranca! 41 &#8220;Transformationsstrategien I&#8221;:
Das Potenzial von Commons Based Peer Production wird oft f&#228;lschlicherweise auf den Bereich immaterieller G&#252;ter beschr&#228;nkt. Daf&#252;r gibt es keinen logischen Grund. Sind die Commons erst einmal ausgeweitet, kann sich darauf eine Gesellschaft, die auf Peer Production beruht, entwickeln. In diesem Prozess k&#246;nnen dann sowohl staatliche als auch kooperatistische [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2667" title="cover41_web" src="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/cover41_web.jpg" alt="cover41_web" width="195" height="257" />Benni B&#228;rmann in Arranca! 41 &#8220;Transformationsstrategien I&#8221;:</p>
<blockquote><p>Das Potenzial von Commons Based Peer Production wird oft f&#228;lschlicherweise auf den Bereich immaterieller G&#252;ter beschr&#228;nkt. Daf&#252;r gibt es keinen logischen Grund. Sind die Commons erst einmal ausgeweitet, kann sich darauf eine Gesellschaft, die auf Peer Production beruht, entwickeln. In diesem Prozess k&#246;nnen dann sowohl staatliche als auch kooperatistische Aktivit&#228;ten Transformationswirkung entfalten. Zus&#228;tzlich hat eine commonsorientierte Strategie den Vorteil, dass sie auch f&#252;r die Kl&#252;geren unter den Liberalen oder Konservativen Ankn&#252;pfungspunkte bietet. In einer Situation der hegemonialen Krise, in der auch Weltanschauungen mehr als &#252;blich in Bewegung geraten, bietet das die Chance f&#252;r breite und tragf&#228;hige B&#252;ndnisse in sozialen Bewegungen, ohne sich zu verbiegen.</p></blockquote>
<p><a href="http://arranca.org/ausgabe/41/die-commons-in-zeiten-der-cholera" target="_blank">Mehr lesen</a></p>
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		<title>Geschenk&#246;konomie: der wirklich freie Markt</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 08:06:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatten: Theorien/Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Praktische Kämpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Commons]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunen]]></category>
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		<description><![CDATA[Leider nur in englischer Sprache: der Hinweis auf den Aufbau eines &#8220;wirklich freien Marktes&#8221;, ausgehend von der Kritik am ideologischen Begriff des &#8220;freien Marktes&#8221;, wie ihn die Liberalen benutzen:
According to the capitalist lexicon, the “Free Market” is the economic system in which prices are determined by unrestricted competition between privately owned businesses. Any sensible person [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/rrfm1.jpg" alt="Really really free market" title="Really really free market" width="187" height="218" class="alignleft size-full wp-image-2607" />Leider nur in englischer Sprache: der Hinweis auf den Aufbau eines &#8220;wirklich freien Marktes&#8221;, ausgehend von der Kritik am ideologischen Begriff des &#8220;freien Marktes&#8221;, wie ihn die Liberalen benutzen:<br />
<blockquote>According to the capitalist lexicon, the “Free Market” is the economic system in which prices are determined by unrestricted competition between privately owned businesses. Any sensible person can recognize immediately that neither human beings nor resources are free in such a system; hence, a “Really Really Free Market” is a market that operates according to gift economics, in which nothing is for sale and the only rule is share and share alike. In the interest of not taxing the reader’s patience, a single apostrophe stands in for the two “Really”s throughout this text. </p></blockquote>
<p><a href="http://www.crimethinc.com/texts/rollingthunder/reallyreally.php" target="_blank">Read more</a></p>
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		<title>Wem geh&#246;rt der Produktionsprozess?</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 07:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung/Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Free Culture]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarische Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Von null auf Buch in 120 Stunden: Ein Transmediale-Projekt hat es gezeigt, mit f&#252;nf Mitstreitern hat Adam Hyde in nur f&#252;nf Tagen ein Buch verwirklicht &#8211; von der Idee bis zur Druckversion. Ein handfestes Beispiel f&#252;r schwammige Begriffe wie &#8220;Free Culture&#8221; und &#8220;Kollaboration&#8221;. 
F&#252;nf Tage, sechs Menschen und eine Software: F&#252;r Adam Hyde reicht das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von null auf Buch in 120 Stunden: Ein <a href="http://www.transmediale.de/" target="_blank">Transmediale</a>-Projekt hat es gezeigt, mit f&#252;nf Mitstreitern hat Adam Hyde in nur f&#252;nf Tagen ein Buch verwirklicht &#8211; von der Idee bis zur Druckversion. Ein handfestes Beispiel f&#252;r schwammige Begriffe wie &#8220;Free Culture&#8221; und &#8220;Kollaboration&#8221;. <span id="more-2591"></span></p>
<p>F&#252;nf Tage, sechs Menschen und eine Software: F&#252;r Adam Hyde reicht das aus, um ein Buch von der Idee bis zur druckfertigen Version entstehen zu lassen. Klingt irre? Das glauben auch viele Verleger, sagt Hyde und sch&#252;ttelt die kleingelockte graue Haarm&#228;hne. &#8220;Die glauben das nicht einmal, wenn man ihnen das fertige Werk unter die Nase h&#228;lt&#8221;, sagt er und fuchtelt mit einem kleinen wei&#223;en B&#228;ndchen in der Hand herum. Es ist das Buch, das Hyde und seine Mitstreiter vom 18. bis 22. Januar geschrieben haben &#8211; und das sie am Samstag auf dem Transmediale-Festival f&#252;r Kunst und digitale Kultur in Berlin pr&#228;sentierten. &#8220;Booksprint&#8221; nennt Hyde es.</p>
<p>Ein konventioneller Verlag braucht f&#252;r einen solchen Vorgang Monate f&#252;r Idee, Verhandlungen mit den Autoren, Planung, Redigat, Drucklegung und alles andere. Hyde hat es es spartanischer versucht: Zur Transmediale mietete er in Berlin einen Raum, lud f&#252;nf Menschen ein, die er f&#252;r inhaltlich fit und teamf&#228;hig hielt, und bat sie, mit ihm ein Buch zu schreiben. &#8220;Kollaborative Zukunft&#8221; solle der Titel sein, gearbeitet werden solle mit einer von ihm entwickelten freien Software. &#8220;Ich habe gedacht, er spinnt, das wird nie etwas&#8221;, sagt die Spanierin Marta Peirano. Als Journalistin wisse sie, wie lange und hart in Redaktionen Dinge totdiskutiert w&#252;rden. Trotzdem hat sie sich auf Hydes Experiment eingelassen &#8211; auch wenn es daf&#252;r abgesehen von Spesen kein Geld gab. Und wurde nach 120 Stunden davon &#252;berrascht, dass es geklappt hat.</p>
<p>Es ist nicht das erste Mal, dass Organisator Adam Hyde innerhalb von wenigen Tagen ein Buch aus dem Nichts stampfen lie&#223;. Er hat sich in den vergangenen Jahren auf Blitzbuchprojekte spezialisiert, schon 16 Booksprints hinter sich. Lie&#223; ein Handbuch f&#252;r das Betriebssystem Linux innerhalb von zwei Tagen entstehen, schraubte in seiner niederl&#228;ndischen Firma &#8220;Floss Manuals&#8221; an einer Software, die den Weg vom Text zum druckfertigen Manuskript m&#246;glichst widerstandsfrei gestalten soll. Und wollte jetzt mehr als nur eine Bedienungsanleitung: F&#252;r die Transmediale sollte eine Art Gemeinschaftsessay entstehen, ein &#8220;spekulativ-narratives Werk&#8221;, wie er es nennt.</p>
<p><strong>Alles f&#252;r das Kollektiv</strong></p>
<p>Der &#8220;Collaborate Future Booksprint&#8221; ist im h&#228;ufig arg verkopften Konzept des Berliner &#8220;Transmediale&#8221;-Festivals f&#252;r Kunst und Kultur, das meist in Zuk&#252;nftigkeiten schwelgt, eines der handfesteren Projekte. Eine Demonstration am lebenden Objekt und kulturpolitisches Statement zugleich. Denn der Booksprint zeigt, was sich hinter schwammigen Begriffen wie &#8220;Kollaboration&#8221; und &#8220;Free Culture&#8221; versteckt.</p>
<p>Beides sind Themen, die bei der Transmediale hinter jeder zweiten S&#228;ule lauern. Kollaboration, sagt der irische Kommunikationsforscher Alan Toner, ist eines der gro&#223;en Themen der Kunstszene. Neu daran ist nat&#252;rlich nicht, dass Leute zusammenarbeiten &#8211; sondern wie Kollaboration im digitalen Zeitalter funktioniert: anonym, &#252;ber teils gro&#223;e Distanzen und vage Netzwerke. Bislang habe sich niemand bem&#252;&#223;igt gef&#252;hlt, einmal genauer zu definieren, was Kollaboration hier eigentlich sei. Und genau diese L&#252;cke f&#252;llten Hyde, Toner und ihre Mitstreiter im Booksprint-Buch.</p>
<p>&#196;hnlich wie bei der Online-Enzyklop&#228;die Wikipedia ist hier kein geniales Individuum, sondern ein Kollektiv am Werk. Ohne die Gruppe h&#228;tte hier nichts funktioniert, wer also welchen Absatz beigesteuert hat, kann man bei Interesse irgendwo im Anhang des Buches nachlesen, ebenso wie jede Menge Details zum Entstehungsprozess. Denn die Booksprinter haben ja nicht nur &#252;ber Kollaboration theoretisiert, sondern sie durchlebt, vom Post-it-Brainstorming &#252;bers Sushirollen bis zum Redigieren ihrer Texte. Mit einer Gruppe von Leuten, die sich zuvor nicht kannten, der vom Israeli bis zum Iren alle m&#246;glichen Nationalit&#228;ten und vom Mediendesigner bis zum NGO-Aktivisten alle m&#246;glichen Berufsbilder angeh&#246;rten.</p>
<p>Am ersten Tag haben sie ein Inhaltsverzeichnis f&#252;r ihr Buch gemeinsam erarbeitet &#8211; und am n&#228;chsten Tag begonnen, loszuschreiben. &#8220;Ich habe 50, 100 W&#246;rter geschrieben &#8211; und dann sind wir schon wieder in irgendeine Diskussion eingestiegen&#8221;, sagt Toner. Wer sein Kapitel fertig getextet hatte, begann sofort, Textschnipsel seines Tischnachbarn zu lektorieren. Lange Streitereien habe es nicht gegeben, sagt Hyde, einfach, weil allen bewusst gewesen sei, wie wenig Zeit sie nur zur Verf&#252;gung hatten. Dazu beigetragen hat sicher auch, dass alle Autoren das Interesse am Thema Kollaboration und an liberalerem Umgang mit Urheberrecht teilten. Und doch war man sich nicht in allen Punkten einig. &#8220;Vieles, was jetzt im Buch steht, geht mir pers&#246;nlich nicht weit genug. Ich glaube zum Beispiel nicht an den Sinn des Copyrights&#8221;, sagt Hyde. &#8220;An manchen Punkten habe ich hart gek&#228;mpft. Aber verloren.&#8221; Die Booksprinter sehen ihr Buch ohnehin nur als einen ausgedruckten Status quo ihrer Arbeit. Schon bei der Pr&#228;sentation beim Transmediale-Festival motivieren sie alle Zuh&#246;rer, sich einzumischen, sich auf der Plattform von Hydes Firma anzumelden und das Buch online zu erg&#228;nzen. Denn als fertig betrachten sie es nicht.</p>
<p>Arbeit als Prozess, Glaube an Schwarmintelligenz &#8211; darin unterscheiden sich die Netzkreativen von heute deutlich von ihrer Vorg&#228;ngergeneration. Ideen wie diese spielen auch in den Vortr&#228;gen von Suchmaschinenguru Conrad Wolfram und Science-Fiction-Vorbild Bruce Sterling auf der Transmediale eine Rolle. &#8220;In Zukunft und Gegenwart werden die n&#252;tzlichsten Dinge von Gemeinschaften kreiert werden, nicht von Firmen&#8221;, sagt etwa Toner. Software, an der Hunderte und Tausende mitprogrammieren, w&#252;rde Microsoft &#252;ber kurz oder lang nur so hinwegfegen, das sei ein ganz einfacher evolution&#228;rer Prozess. Das Booksprint-Projekt sendet noch eine andere Botschaft aus. Hyde f&#252;hrt damit n&#252;chtern besehen die Buchverlage, die Monate und jede Menge Geld in ein Werk investieren, vor. In der Musikbranche wird schon seit Jahren die Rolle von Labels in Frage gestellt. Hyde beginnt jetzt, die Buchbranche das F&#252;rchten zu lehren.</p>
<p>Die Software, mit der das Buch erstellt wurde, ist frei. Keiner der Autoren wurde mit lebensunterhaltssicherndem Honorar versorgt. Lektoriert haben sie sich gegenseitig. Und daf&#252;r gibt es das Buch jetzt als kostenfreien Download im Netz, mit einer sogenannten Creative-Commons-Lizenz. Das kann man als Kampfansage gegen verkrustete Verlage begreifen, als selbstausbeuterischen Wahnsinn oder einfach als Versuch, Wissen online schnell und kostenfrei zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>Wichtig ist f&#252;r Hyde und seine Mitstreiter der &#8220;Free Culture&#8221;-Gedanke, der dahinter steht. Statt digitale Kopien im Netz kostenpflichtig zu machen, verschenken sie PDF-Versionen, erlauben anderen Netznutzern, mit ihrem Text weiterzuarbeiten, und verkaufen einzig das gedruckte B&#228;ndchen ihres Textes. &#8220;Creative Commons&#8221; hei&#223;t die NGO, die sich seit Jahren weltweit f&#252;r solche und andere Varianten im digitalen Urheberrecht starkmacht. Deren Vizepr&#228;sident Mike Linkvaser war ein weiterer von Hydes f&#252;nf Booksprint-Autoren.</p>
<p>Mit &#8220;Free Culture&#8221;-Ans&#228;tzen, mit Kulturg&#252;ltern unter Creative-Commons-Lizenzen ver&#228;ndert sich das Netz. Hin zu mehr Kollaboration und Austausch, sagten die einen, hin zu noch weniger Geldverdienen und dem Sterben von Gesch&#228;ftsmodellen, meinen andere. Doch es gibt auch Beispiele, wie K&#252;nstler mit verschenkten Netzinhalten Geld verdienen.</p>
<p>Der bekannte Science-Fiction-Autor Cory Doctorow etwa, der jedes seiner B&#252;cher als Gratis-Download zur Verf&#252;gung stellt und trotzdem auf Bestsellerlisten der New York Times landet. Die bislang unbekannte US-Filmemacherin Nina Paley, die ihren Animationsfilm &#8220;Sita Sings the Blues&#8221; mit Creative-Commons-Lizenz im Netz kostenlos anbot &#8211; und damit 55.000 US-Dollar mit Spenden, DVD-Verk&#228;ufen und Leihgeb&#252;hren aus Kinos verdiente. Auch auf der Transmediale gab es diverse Urheberrechtsdiskussionen und Workshops, die zeigen, wie aktuell Urheberrechtsfragen gerade f&#252;r K&#252;nstler sind.</p>
<p>Auch Hyde hofft, dass seine Booksprints zukunftsweisend sind, dass er bald mit der von ihm entwickelten Software und Expertise Geld verdienen kann. Als Dienstleister f&#252;r alle, die an einem unkomplizierten Wege zu einem inhaltlich sehr speziellen Buch sind. Zun&#228;chst will er aber noch etwas Neues probieren: einen Booksprint, bei dem ein Autorenteam in wenigen Tagen einen Roman schreiben soll. &#8220;Keine Chance, nicht in der kurzen Zeit&#8221;, sagt sein Mitstreiter, der Kommunikationswissenschaftler Toner, haut leicht auf den Tisch im Berliner Transmediale-Café und beginnt, wild zu diskutieren. &#8220;Warte es einfach ab&#8221;, antwortet Hyde.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=tz&amp;dig=2010%2F02%2F08%2Fa0133&amp;cHash=f474b621f3" target="_blank">taz</a>, Maike Laaf</p>
<p>Link zum Buch &#8220;Collaborative Future&#8221;: <a href="http://www.booki.cc/collaborativefutures" target="_blank">www.booki.cc/collaborativefutures</a></p>
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		<title>&#8220;Gemeing&#252;ter sind R&#228;ume, in denen wir frei sind.&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 07:33:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Debatten: Theorien/Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Güter (allg.)]]></category>
		<category><![CDATA[Allmende]]></category>
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		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosph&#228;re nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum N&#246;tigsten f&#252;r ein menschliches Leben geh&#246;ren. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verf&#252;gung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt geh&#246;rt nicht mehr allen, sie wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2652" title="7dc83f73a7" src="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/7dc83f73a7.png" alt="7dc83f73a7" width="182" height="252" />Auf den ersten Blick haben Wasser und Wissen, Erbgut und Atmosph&#228;re nichts gemeinsam. Was sie aber eint, ist, dass sie zum N&#246;tigsten f&#252;r ein menschliches Leben geh&#246;ren. Doch sie gehen der Gesellschaft immer mehr verloren, weil sie privatisiert und der allgemeinen Verf&#252;gung entzogen, missbraucht oder unbezahlbar werden. Die Welt geh&#246;rt nicht mehr allen, sie wird eingez&#228;unt und kommerzialisiert – zu unserem Schaden. Davon zeugen die weltweiten Konflikte &#252;ber die Trinkwasserversorgung, den Zugang zu neuen Technologien oder den Umgang mit Regenw&#228;ldern. Wir stehen an einem Scheidepunkt, an dem ein neuer Blick auf unsere gemeinsamen Besitzt&#252;mer erforderlich ist. Das <a href="http://www.oekom.de/buecher/themen/politikgesellschaft/archiv/buch/wem-gehoert-die-welt.html" target="_blank">Buch von Silke Helfrich, Heinrich-B&#246;ll-Stiftung, mit dem Titel &#8220;Wem geh&#246;rt die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeing&#252;ter&#8221;</a> will diesen neuen Blick erm&#246;glichen. Es zeigt die Vielfalt unserer Gemeing&#252;ter – und welch’ ungeheures Potenzial in ihnen steckt. Es macht uns vertraut mit Dingen wie Creative Commons, Slow Food und der Wissensallmende. Und es skizziert durch praktische Beispiele den Weg, wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Demokratie durch Gemeing&#252;ter auf Dauer erhalten oder erreicht werden k&#246;nnen.</p>
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		<title>T&#252;rkei: Privatisierungsfolge Generalstreik</title>
		<link>http://www.who-owns-the-world.org/2010/02/26/tekel-generalstreik/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 12:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatisierung (allg.)]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[Privatisierungsfolgen]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Mitte Dezember k&#228;mpfen 12.000 Besch&#228;ftigte des ehemaligen staatlichen Tabak-Monopolisten Tekel in der T&#252;rkei gegen ihre Entlassung. Nach dem Verkauf von Tekel an British-American-Tobacco (Gauloises, Gitanes, HB, Lucky Strike, Schwarzer Krauser, Kim, &#8230;) im Jahr 2006 will die islamisch-konservative AKP-Regierung von Ministerpr&#228;sident Erdogan 2010 alle noch in staatlicher Hand befindlichen Tekel-Lagerst&#228;tten schlie&#223;en. Damit droht rund [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2663" title="Tekel" src="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/56574.jpg" alt="Tekel" width="200" height="152" />Seit Mitte Dezember k&#228;mpfen 12.000 Besch&#228;ftigte des ehemaligen staatlichen Tabak-Monopolisten Tekel in der T&#252;rkei gegen ihre Entlassung. Nach dem Verkauf von Tekel an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/British_American_Tobacco#Marken_und_Gesellschaften" target="_blank">British-American-Tobacco</a> (Gauloises, Gitanes, HB, Lucky Strike, Schwarzer Krauser, Kim, &#8230;) im Jahr 2006 will die islamisch-konservative AKP-Regierung von Ministerpr&#228;sident Erdogan 2010 alle noch in staatlicher Hand befindlichen Tekel-Lagerst&#228;tten schlie&#223;en. Damit droht rund 12.000 Arbeitern der Verlust ihres Arbeitsplatzes oder die &#220;berf&#252;hrung in eine 10-monatliche Kurzarbeit mit massiven Lohneinbu&#223;en und dem Verlust aller erworbenen sozialen Rechte. <span id="more-2662"></span></p>
<p>Bei dieser Privatisierungs-Rationalisierung werden die geltenden Gesetze und ILO-Bestimmungen &#252;ber „Betriebs&#252;bernahme&#8221; missachtet. Den 12.000 Besch&#228;ftigten wird gem&#228;&#223; dem Arbeitsgesetz des Landes lediglich eine auf 10 Monate befristete &#220;bernahme in andere kommunale bzw. staatliche Betriebe in Aussicht gestellt. Dabei sollen sie auf rund die H&#228;lfte ihres Gehalts verzichten und weitere Einbu&#223;en bei den Sozialleistungen in Kauf nehmen.</p>
<p>Was als Arbeitskampf begann, ist mittlerweile ein dramatischer, mutiger und entschlossener Kampf f&#252;r soziale Gerechtigkeit und Demokratie und gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik von Privatisierung und Abbau sozialer Rechte. Er hat einen Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung erreicht. Landesweit solidarisieren sich tausende Menschen mit den TEKEL-Besch&#228;ftigten f&#252;r einen gesetzlichen Mindestlohn, gegen prek&#228;re Besch&#228;ftigung, f&#252;r das Verbot von Leiharbeit, f&#252;r eine kostenfreie Gesundheitsversorgung und f&#252;r die Abschaffung von Studiengeb&#252;hren. Sie alle sind Teil des TEKEL-Protestes geworden. Nachdem die Gespr&#228;che zwischen der Regierung und Gewerkschaft ergebnislos blieben, haben die sechs gr&#246;&#223;ten Gewerkschaftsdachverb&#228;nde einen landesweiten Generalstreik am 4. Februar 2010 ausgerufen, um sie zu unterst&#252;tzen. Inzwischen befinden sich auch rund 200 der Streikenden im Hungerstreik.</p>
<p>Am Sonntag, den 28. Februar findet in Berlin eine &#8220;Demonstration zur Solidarit&#228;t mit den Tekel-Arbeiterinnen und Arbeitern in der T&#252;rkei&#8221; statt: 14.00 Uhr vom Hermannplatz zum Kottbusser Tor, wo das Streikzelt steht.</p>
<p><a href="http://www.labournet.de/internationales/tr/tekel.html" target="_blank">Mehr lesen bei Labournet</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Serbien: EU-Beitritt hei&#223;t privatisieren!</title>
		<link>http://www.who-owns-the-world.org/2010/02/25/serbien-privatisiert/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Feb 2010 11:37:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Privatisierung (allg.)]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Privatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Serbien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Beitritt Serbiens in der n&#228;chsten Erweiterungsrunde der EU ist umstritten, gilt aber als unvermeidbar. Serbiens Regierung hat einen Aufnahmeantrag gestellt und tut alles, um dabei zu sein. Dazu geh&#246;rt das schon l&#228;nger existierende Privatisierungsgesetz und ein politisches Privatisierungsprogramm, das einen radikalen Bruch mit bisherigen Formen von staatlichem und Belegschafts-Eigentum darstellt und entsprechend soziale Verwerfungen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Beitritt Serbiens in der n&#228;chsten Erweiterungsrunde der EU ist umstritten, gilt aber als unvermeidbar. Serbiens Regierung hat einen Aufnahmeantrag gestellt und tut alles, um dabei zu sein. Dazu geh&#246;rt das schon l&#228;nger existierende <a href="http://www.fifoost.org/jugoslaw/recht/privat-g/index.php" target="_blank">Privatisierungsgesetz</a> und ein politisches Privatisierungsprogramm, das einen radikalen Bruch mit bisherigen Formen von staatlichem und Belegschafts-Eigentum darstellt und entsprechend soziale Verwerfungen nach sich zieht. <a href="http://www.labournet.de/internationales/yu/leder_haumer.html" target="_blank">Mehr lesen</a></p>
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		<title>Freies Kulturradio Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 14:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarische Ökonomie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab Mai 2010 kann das freie Kulturradio in Berlin senden. Kontinuierlich f&#252;r ein Jahr. Auf UKW 88,4 MHz. Der Medienanstalt liegt die Bewerbung vor. Alles ist da. Nur das Geld f&#252;r die Geb&#252;hren fehlt. Jetzt sind alle gefragt: Sendemacher, Veranstalter, H&#246;rer. 5000 Leute. Jede/r ein Zehner. Wenn 5000 Leute zusammenlegen, hat Berlin endlich wieder ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2649" title="A6_Spendenaufruf.preview" src="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/A6_Spendenaufruf.preview1.jpg" alt="A6_Spendenaufruf.preview" width="300" height="217" />Ab Mai 2010 kann das freie Kulturradio in Berlin senden. Kontinuierlich f&#252;r ein Jahr. Auf UKW 88,4 MHz. Der Medienanstalt liegt die Bewerbung vor. Alles ist da. Nur das Geld f&#252;r die Geb&#252;hren fehlt. Jetzt sind alle gefragt: Sendemacher, Veranstalter, H&#246;rer. 5000 Leute. Jede/r ein Zehner. Wenn 5000 Leute zusammenlegen, hat Berlin endlich wieder ein freies Kulturradio. Wie sich ein freies Kulturradio anh&#246;rt? Wie ein beliebiger Radiosender &#8211; minus drei Dinge: Hits, Profis, Spam. <a href="http://herbstradio.org/spendenaufruf2010" target="_blank">Mehr lesen</a></p>
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		<title>Rekommunalisierung: meist besser und billiger</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 07:48:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kommunen]]></category>
		<category><![CDATA[Rekommunalisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Beitrag zur (noch) nicht existierenden Kategorie &#8220;Haben wir&#8217;s nicht schon immer gesagt?!&#8221;: »Zahlreiche Kommunen haben zuvor privatisierte Aufgaben wieder selbst &#252;bernommen. Fallstudien zeigen: &#214;ffentliche Betriebe sind h&#228;ufig g&#252;nstiger, obwohl sie die Besch&#228;ftigten besser bezahlen als private Anbieter.« Mehr lesen
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Beitrag zur (noch) nicht existierenden Kategorie &#8220;Haben wir&#8217;s nicht schon immer gesagt?!&#8221;: »Zahlreiche Kommunen haben zuvor privatisierte Aufgaben wieder selbst &#252;bernommen. Fallstudien zeigen: &#214;ffentliche Betriebe sind h&#228;ufig g&#252;nstiger, obwohl sie die Besch&#228;ftigten besser bezahlen als private Anbieter.« <a href="http://www.boeckler.de/32014_102950.html" target="_blank">Mehr lesen</a></p>
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		<title>Gemeing&#252;terreport</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 13:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Öffentliche Güter (allg.)]]></category>
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		<description><![CDATA[Gemeing&#252;ter (commons) bilden einen gedanklichen Rahmen f&#252;r eine Gesellschaft, die, jenseits von Markt und Staat, Entfaltungsm&#246;glichkeiten f&#252;r den Einzelnen und bessere Lebensbedingungen f&#252;r alle bietet. Das Portal &#8220;Gemeing&#252;ter&#8221; f&#252;hrt, kurz kommentiert, aktuelle gesellschaftliche Debatten &#252;ber Gemeing&#252;ter zusammen. Egal, ob der Begriff darin genutzt wird oder nicht.
Auch um Gemeing&#252;ter gehts im Commonsblog: &#8220;Wohlstand durch Teilen&#8221;. Zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/gueter-systematik.png" rel="shadowbox[post-2630];player=img;"><img class="alignleft" title="G&#252;tersystematik" src="http://wgdw.minuskel.de/wp-content/uploads/2010/02/gueter-systematik.png" alt="G&#252;tersystematik" width="200" height="150" /></a>Gemeing&#252;ter (<em>commons</em>) bilden einen gedanklichen Rahmen f&#252;r eine Gesellschaft, die, jenseits von Markt und Staat, Entfaltungsm&#246;glichkeiten f&#252;r den Einzelnen und bessere Lebensbedingungen f&#252;r alle bietet. Das <a href="http://www.gemeingueter.de/" target="_blank">Portal &#8220;Gemeing&#252;ter&#8221;</a> f&#252;hrt, kurz kommentiert, aktuelle gesellschaftliche Debatten &#252;ber Gemeing&#252;ter zusammen. Egal, ob der Begriff darin genutzt wird oder nicht.<br />
Auch um Gemeing&#252;ter gehts im <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2010/02/09/gemeinguter-wohlstand-durch-teilen/" target="_blank">Commonsblog: &#8220;Wohlstand durch Teilen&#8221;</a>. Zu diesem Thema wird die Heinrich-B&#246;ll-Stiftung am kommenden Montag den &#8220;Gemeing&#252;terreport&#8221; herausgegeben. <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2010/02/09/gemeinguter-wohlstand-durch-teilen/" target="_blank">Mehr lesen</a></p>
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		<title>Krise wird zur Krise der Kommunen und der f&#246;deralen Demokratie</title>
		<link>http://www.who-owns-the-world.org/2010/02/17/kommunen-krise/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 07:23:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Euskirchen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reichtumsverteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunen]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Reichland]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Standorte von Schuldenbergen sind die St&#228;dte und Gemeinden in den letzten Tagen beschrieben worden, ob nun vom &#8220;Deutschen St&#228;dtetag&#8221; oder von Kommunalpolitikern in f&#252;hrenden Positionen, angefangen von Frankfurts Oberb&#252;rgermeisterin Petra Roth. Die CDU-Politikerin hat dies als St&#228;dtetagspr&#228;sidentin getan, auch &#252;ber Parteigrenzen hinweg, wobei es sich beim &#8220;Schuldenberg&#8221; ganz offensichtlich nicht um eine inflation&#228;r missbrauchte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Standorte von Schuldenbergen sind die St&#228;dte und Gemeinden in den letzten Tagen beschrieben worden, ob nun vom &#8220;Deutschen St&#228;dtetag&#8221; oder von Kommunalpolitikern in f&#252;hrenden Positionen, angefangen von Frankfurts Oberb&#252;rgermeisterin Petra Roth. Die CDU-Politikerin hat dies als St&#228;dtetagspr&#228;sidentin getan, auch &#252;ber Parteigrenzen hinweg, wobei es sich beim &#8220;Schuldenberg&#8221; ganz offensichtlich nicht um eine inflation&#228;r missbrauchte Redefigur handelt, wie zuletzt im Wahlkampf. <span id="more-2613"></span></p>
<p>Nein, das insbesondere f&#252;r die FDP tempor&#228;re Sp&#228;tsommerthema ist nicht durch. Diesmal sollte der B&#252;rger den &#8220;Schuldenberg&#8221; ernst nehmen, denjenigen unmittelbar vor seiner Haust&#252;r. In einigen St&#228;dten werden also die Stra&#223;enreinigungsgeb&#252;hren steigen.</p>
<p>Als Kenner von Schuldenbergen k&#252;ndigt der &#8220;St&#228;dtetag&#8221; die schwerste Finanzkrise der Kommunen in der Geschichte der Bundesrepublik an. Das betrifft nicht allein Krisenregionen, die seit Jahrzehnten einen solchen Ruf weghaben, darunter etwa das Ruhrgebiet, wo zuletzt 19 Kommunen sich wegen des Bankrotts zu einer, wie man lesen konnte, Bewegung zusammengeschlossen haben, um in einem Memorandum Geld zu fordern. Die Adresse ihrer Denkschrift ist das D&#252;sseldorfer Finanzministerium.</p>
<p>Es ist keine neue Einsicht, dass sich die St&#228;dte und Gemeinden zu Sammelstellen nicht mehr &#252;berschaubarer Schulden entwickelt haben. Die St&#228;dtetagspr&#228;sidentin spricht davon, dass &#8220;ein Teil der St&#228;dte vor dem Kollaps&#8221; stehe. Seit 2003 beklagt der &#8220;St&#228;dtetag&#8221; die Misere, damals wurde die Kritik in aller Sch&#228;rfe an Rot-Gr&#252;n in Berlin gerichtet.<br />
Schon vor sieben Jahren sprach der &#8220;Deutsche St&#228;dtetag&#8221; von einer &#8220;verheerenden Finanzlage der St&#228;dte&#8221;, und das sagte er nicht, weil es ihm ein Anliegen war, endlich ein offenes Wort &#252;ber die Schlagl&#246;cher auf Deutschlands innerst&#228;dtischen Stra&#223;en zu verlieren.</p>
<p><strong>Schon vor Jahren beklagte St&#228;dtetag schlechte Finanzlage</strong><br />
Wenn man dem &#8220;Deutschen St&#228;dtetag&#8221; heute zuh&#246;rt, dann haben sich die Voraussetzungen wegen der weltweiten Finanzkrise weiterhin versch&#228;rft. In diesem Jahr werden 12 Milliarden Euro Schulden erwartet. Wie schon damals gilt: Die Kommunen, mit den Problemen der Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt beauftragt, mit der Regelung der Fl&#252;chtlings- und Aussiedlerintegration konfrontiert, nicht zuletzt mit der Bew&#228;ltigung der Sozialhilfe, sehen das demokratische Dienstleistungssystem Stadt gef&#228;hrdet. Dies umso mehr, als sich das Steueraufkommen zur Finanzierung solcher Leistungen enorm verschlechtert hat.</p>
<p>Was damals galt, kann man heute in einer Endlosschleife, ohne das es deswegen falsch geworden w&#228;re, nur wiederholen: &#196;u&#223;erst empfindlich die Verluste bei den Gewerbesteuereinnahmen, von der Gro&#223;firmen gener&#246;s befreit sind, ganz anders als die aufstrebende Autowerkstatt im Hinterhof oder das handtuchgro&#223;e Sonnenstudio.<br />
Das Verschwinden lange selbstverst&#228;ndlicher Dienstleistungen l&#228;sst sich an vielerlei ablesen, angefangen von der nicht durchgef&#252;hrten Sanierung einer Turnhalle. Seit 2003 sind Stadtb&#252;chereien geschlossen worden, Spielpl&#228;tze, Schwimmb&#228;der. Zur Austrocknung eines Angebots geh&#246;rte ein kulturelles Vielerlei, ja, auch das eine oder andere Theater, die moralische Anstalt im Gro&#223;en wie im Kleinen – dazu z&#228;hlt dann unmittelbar die Dichte des deutschen Kindertagesst&#228;ttensystems.</p>
<p>Damals bereits protestierte der &#8220;Deutsche St&#228;dtetag&#8221; gegen die Steuerpolitik des Bundes. Tats&#228;chlich, ohne es auch so auszusprechen, war es ein Einspruch gegen die Fundamente unseres f&#246;derativen Systems, ein zaghaftes Veto gegen ein nicht nur ungerechtes fiskalisches System, sondern gegen ein politisches Missverh&#228;ltnis. Das Widerwort machte deutlich, dass den Kommunen in der Auseinandersetzung mit dem Bund die Gleichberechtigung in der (finanz-)politischen Auseinandersetzung fehlt. Die Kommunen, anders als die L&#228;nder, k&#246;nnen nicht als souver&#228;ner Verhandlungspartner im politischen Konflikt mit dem Bundesfinanzminister auftreten.</p>
<p>Nicht erst jetzt zeichnet sich ab, dass die Krise eine der essentiellen Grundlagen der Kommunen weiterhin unterh&#246;hlen wird: die kommunale Selbstverwaltung. Die Kommune wird zum Bittsteller. In diesem Prozess wird sich die Konkurrenz zwischen st&#228;dtischer Sozialpolitik und kommunaler Kulturpolitik weiterhin versch&#228;rfen, was wiederum weitere Strategien des flotten Outsourcings kultureller Leistungen beschleunigen wird.</p>
<p>In Wuppertal soll das Schauspielhaus geschlossen werden, nicht nur in der Hauptstadt wurden Musikschulen und B&#252;chereien aufgegeben. Sportanlagen verwahrlosen. Die kulturelle Daseinsversorgung wurde ebenso ausged&#252;nnt wie am Mercedesstandort Sindelfingen, wo Schulen zusammengelegt und Abenteuerspielpl&#228;tze aufgegeben werden. In Oberhausen, einer Stadt, die bankrott ist, wird der Busfahrplan zusammengestrichen, Busse fahren nicht mehr bis 23, sondern nur noch bis 21 Uhr – mit Auswirkungen auf die Bilanzen des Theaters, der Kinos, der Kneipen.</p>
<p>Umspielt wird das, was ein bewusst in Kauf genommen Kulturabbau ist, durch eine (Kompensation! Kompensation!) Festivalisierung der Kulturpolitik. Seit den 1990er Jahren haben sich die L&#228;nder ebenso wie die Kommunen dem Eventmarketing verschrieben, ihm arbeiten H&#228;nde und K&#246;pfe zu, um ein Museumsuferfest, einen Tag des offenen Films oder einen Tag des ge&#246;ffneten Buches zu organisieren. Auch wenn die Halbwertzeit solcher Dienstleistungen am Kulturkunden kaum ein verl&#228;ngertes Wochenende &#252;berschreitet, so tendiert der Event zur Dauerperformance.</p>
<p>Kulturelle Daseinsversorgung ist dagegen etwas anderes. Sollte der &#8220;Deutsche St&#228;dtetag&#8221; nicht nur ein fiskalisches Anliegen haben, m&#252;sste er Interesse an einer Debatte &#252;ber den Kulturf&#246;rderalismus zeigen – mit allen Auswirkungen. Dies umso mehr, da es sich nicht um eine konjunkturelle Kulturkrise der Kommunen handelt. Solange die kommunale Kulturpolitik in der Bundeskulturpolitik keinen gleichberechtigten Verb&#252;ndeten gegen die Berliner Finanzpolitik hat, wird sich das strukturelle Dilemma versch&#228;rfen.</p>
<p><strong>Kulturelle Hypotheken f&#252;r die Gesellschaft nicht absehbar</strong><br />
Angesichts dieser Strukturkrise ist ein weiterer Kollaps absehbar – ein Demokratie-relevanter. In dem Ma&#223;e, in dem sich die Kommunen aus der Finanzierung kultureller Angebote verabschieden, verliert auch der Staat seine st&#228;ndigen Vertretungen, Name, Anschrift, Gestalt. Wo sonst vergegenst&#228;ndlichen sich Demokratie und Gemeinwesen wenn nicht gerade in ihren Institutionen. Jede Schlie&#223;ung von Repr&#228;sentationsr&#228;umen des Staates d&#252;rfte mental nicht ohne Folgen bleiben.</p>
<p>Wo Jugendzentrum oder Schwimmbad, Stadtb&#252;cherei oder Abenteuerspielplatz nicht mehr genutzt werden k&#246;nnen, wird das Vertrauen in das Dienstleistungssystem Demokratie empfindlich gest&#246;rt. Schwimmbad oder Stadtteilb&#252;cherei, das Jugendzentrum oder der Spielplatz sind Schaupl&#228;tze nicht allein der Partizipation und der Integration, sondern Kommunikationsr&#228;ume, wom&#246;glich gar einer unausgesprochenen Loyalit&#228;t zum Staat.</p>
<p>Welche Formen und feinen Unterschiede der Verwahrlosung dem finanziellen Ruin folgen werden, bleibt abzuwarten. Mit dem Abschied von bisherigen Dienstleistungen nimmt die Zivilgesellschaft eine erhebliche Hypothek auf sich.<br />
Es wird halt gezockt, auch hier. Dazu muss man kein Finanzkenner oder wom&#246;glich ein st&#228;dtischer K&#228;mmerer sein, um sich ausrechnen zu k&#246;nnen, dass diese weitere Schuldenaufnahme (Schuldenberganh&#228;ufung) das kulturelle Kapital des St&#228;dtischen (Autonomie und Toleranz, Partizipation und Integration) in eine weitere Rezession st&#252;rzen wird.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2271455_Bankrott-deutscher-Kommunen-Rezession-der-Demokratie.html" target="_blank">FR</a>, 4.2.2010</p>
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